10.12.2010

„Die Löwen sind los!“

Die VGF modernisiert ihre Flotte mit zwölf MAN-Gelenkbussen des Typs „Lion’s City“ und 17 neuen SOLARIS-Standard-Bussen.

Die VGF wird vom Fahrplanwechsel am 12. Dezember an insgesamt 29 neue Busse einsetzen – und ihren Fuhrpark damit weiter modernisieren. Mitte des Jahres waren die Aufträge für neue 17 neue Standard-Busse und zwölf Gelenkbusse an die Firmen SOLARIS bzw. MAN gegangen. SOLARIS wird zum dritten Mal nach 2007 und 2009 liefern, MAN hat erstmals den Zuschlag für VGF-Busse erhalten. Die Fahrzeuge der Typen „Urbino 12“ (SOLARIS) und „Lion’s City“ (MAN) werden in der Nähe der polnischen Stadt Posen gefertigt und befinden sich zurzeit in der Auslieferung.

 

Mit dem Übergang des Bus-Bündels „E“ an einen privaten Konkurrenten wird die VGF keine Bus-Linien in Frankfurt mehr betreiben. Im Wettbewerb steht die VGF-Tochter ICB, die von der Vergabe des „E“-Bündels im vergangenen Dezember aus formalen Gründen ausgeschlossen wurde. Die ICB wird aber rund 40 Prozent dieses Bündels als Subunternehmer für den Bündel-Gewinner Veolia übernehmen, womit die Beschaffung der 29 neuen Busse notwendig wurde. Diese werden von der VGF ihrer Tochter zur Verfügung gestellt.

 

VGF setzt Maßstäbe beim Umweltschutz

 

Wie bei der Beschaffung der SOLARIS-Busse 2007 und 2009 – die VGF kaufte 37 und nochmals 24 Fahrzeuge – erfüllen die Busse der neuesten Generation den EEV-Standard – die gegenwärtig anspruchsvollste Abgas-Norm für Busse und Lastwagen in der EU – und sie sind mit CRT-Filtern ausgerüstet.

 

Die VGF hat auch in der Vergangenheit Busse mit dem zum Zeitpunkt der Bestellung modernsten, serienmäßigen Umweltstandard gekauft. Seit 2000 hat das Unternehmen so kontinuierlich alle neuen Fahrzeuge mit Dieselpartikelfiltern beschafft und zur weiteren Schadstoffminimierung schwefelfreien Dieselkraftstoff verwendet. Schon 1989 war die VGF das erste Verkehrsunternehmen in Deutschland, das freiwillig Busse mit Rußfiltern gekauft hat; die 180 Fahrzeuge umfassende Flotte der VFG ist seit 2007 vollständig mit CRT-Filtern ausgerüstet.

 

EEV & CRT

 

Das Kürzel “EEV” steht für Enhanced Environmentally Friendly Vehicle. Diese besonders umweltschonenden Fahrzeuge übertreffen die Abgaswerte der seit September 2009 für alle neuen Bus- und LKW-Typen gültigen “Euro 5”-Norm. Beim Feinstaub unterschreiten Busse wie der “Urbino 12” mit ihren CRT-Filtern die diesbezüglichen Abgasgrenzwerte nach EEV deutlich. “CRT” wiederum ist die Abkürzung für Continously Regenerating Trap (Dieselpartikelfilter mit kontinuierlicher Regeneration). Auf Kosten der Motoren-Leistung geht die Kombination aus EEV und CRT bei den neuen Bussen nicht: Mit 314 bzw. 320 PS sind Standard- wie Gelenkbusse auch für bergige Strecken geeignet.

 

Busse Teil der Lösung, nicht des Problems

 

Da die VGF seit Jahren konsequent umweltfreundliche Busse kauft, sind ihre Fahrzeuge auch nicht Teil des Frankfurter Feinstaub-Problems sind, sondern im Gegenteil von dessen Lösung. Denn Busse stellen eine Option zum Individualverkehr dar und fördern so den Umstieg von Personenwagen auf den Öffentlichen Personen-Nahverkehr.

 

Umweltfreundliche Fahrzeuge sind nicht nur wegen des Umweltschutzes notwendig, sondern auch wegen des Kraftstoff-Verbrauchs: Ein rund zwölf Meter langer Standardbus wie der “Urbino 12” verbraucht nach Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ca. 38 Liter auf hundert Kilometern. Bei einer vollen Auslastung mit rund 94 Fahrgästen verbraucht er pro Person auf hundert Kilometern weniger als 0,5 Liter; sind lediglich alle Sitzplätze belegt, ergibt sich auf dieser Strecke ein Verbrauch von einem Liter. Nach VDV-Angaben liegt die durchschnittliche Platzauslastung eines solchen Busses in Deutschland – im Stadt- wie im Überlandverkehr – bei 16 Fahrgästen. Das bedeutet einen Verbrauch von zwei Litern pro Person auf hundert Kilometern – das “Zwei-Liter-Auto” ist also in Frankfurt und anderen Städten schon seit langem im Einsatz.

 

Neue und alte Ausstattungs-Elemente

 

Von innen und außen unterscheiden sich die SOLARIS- und MAN-Busse nicht wesentlich von ihren Vorgängern. Die Haltestangen sind gelb und in Nähe der drei Türen taktil – also zur besseren Erkennung für sehbehinderte Fahrgäste gerippt. Die Farbe blau dominiert, etwa in den gewohnten Sitzbezügen; die Innenverkleidung der Fahrzeugwände ist hellgrau. Darüber hinaus verfügen die Busse über eine Ausstattung, wie sie die VGF schon mit vorangegangenen Beschaffungen zum Standard in Frankfurt gemacht hat: Die 33 Sitz- und 50 Stehplätze – bei den größeren Gelenkbussen 52 bzw. 86 – sind durch drei Türen erreichbar, an der mittleren befindet sich eine von Hand ausklappbare Rampe für Rollstuhlfahrer. In direkter Nähe sind vier Plätze für diese Fahrgäste vorgesehen, die Busse sind selbstverständlich niederflurig. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über das so genannte Kneeling, bei dem an Haltestellen auf Knopfdruck mittels Pneumatik die rechte Fahrzeugseite um ca. 70 Millimeter abgesenkt und so ein leichterer Ein- und Ausstieg möglich wird. Mit ihrer Ausstattung gewährleisten auch die neuen Fahrzeuge einen behindertengerechten sowie barrierefreien Betrieb – und damit großen Komfort für alle Fahrgäste.

 

Dafür sorgen zusätzlich Klimaanlagen. Seit zehn kauft die VGF nur noch so ausgestattete Busse, auch wenn sich deren Betrieb in höherem Kraftstoffverbrauch niederschlägt. Seit 2007 ist die gesamte Flotte mit entsprechenden Geräten ausgerüstet.

 

Fahrgast-Informations-System

 

Klima, Kneeling, Barrierefreiheit: Als am 7. Oktober 1927 der erste Linienbus durch Frankfurt fuhr, war für die 19 Fahrgäste, die in dem auf einem LKW-Chassis gebauten Gefährt Platz nehmen konnten, an solche Dinge nicht zu denken.

 

Das gilt auch für Ausstattungselemente, die sich schon in der ersten SOLARIS-Serie 2007 bewährt haben: etwa für das Fahrgastinformations-System. Über die folgenden Haltestellen und Anschlüsse informiert ein multimedialer Flachbildschirm. An der Vorderseite, direkt über dem Mittelgang – beim Gelenkbus zusätzlich hinter dem Drehgestell –, geben 19 Zoll große Bildschirme des LAWO INFOtainment-Systems über Liniennummer mit Fahrtziel, Anzeige der nächsten Haltestellen, Linienverlauf, Anschlüssen und "STOP" Auskunft. Die Bildschirmdarstellung – also Fonts, Farbe, Informationsart, Objektposition auf dem Schirm usw. – ist variabel programmierbar.

 

Außen finden sich Informationen zu Route und Liniennummer an den bekannten Stellen: An der Front und an der rechten Fahrzeugseite sind Ziel- und Liniennummer-Anzeige angebracht, links und am Heck nochmals die Nummer.

 

Fahrzeuge videoüberwacht

 

Nicht neu, aber ebenfalls bewährt: Nach den positiven Erfahrungen mit den entsprechend ausgerüsteten 61 Bussen der vorangegangenen Beschaffungen, hat die VGF alle Neufahrzeuge wieder mit Videoüberwachung gekauft. Damit ist nun die Hälfte der 180 Busse umfassenden VGF-Flotte so ausgestattet. Kameras in der Fahrzeugdecke hinter kleinen Glashalbkugeln, so genannten Domen, installiert – vier in den Solo-, sechs in den Gelenkbussen – behalten das Innere im Blick. Wie bei U- und Straßenbahnen bleiben die Bilder auf einer Festplatte im Fahrzeug, nach 48 Stunden und keinem bemerkenswerten Ereignis werden sie mit neuen Aufnahmen überspielt.

 

Sicherheit für alle

 

Aber nicht nur Umweltschutz und Komfort spielen bei der Bus-Beschaffung der VGF zentrale Rollen, sondern auch die Sicherheit für Fahrgäste und anderer Verkehrsteilnehmer. Sie wird beispielsweise vom elektronischen Bremssystem EBS, mit dem die Busse ausgestattet sind, deutlich erhöht. Durch die elektronische Steuerung der Bremsanlagen haben die schon leer elf bzw. 17 Tonnen schweren Fahrzeuge leicht und schnell ansprechende Bremsen wie Personenwagen. Dadurch verkürzt sich der Bremsweg; darüber hinaus verfügen alle Fahrzeuge sowohl über eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), die ein Durchdrehen der Räder beim Anfahren unterbindet, als auch über ein Anti-Blockier-System (ABS).

 

Umweltschutz, Sparsamkeit, Fahrgastkomfort, Sicherheit – Ausstattung und Ausrüstung haben ihren Preis: Der Auftrag umfaßt ein Gesamtvolumen von rund 7 Millionen €, wobei die in diesem Jahr in Dienst gestellten Busse – wie inzwischen üblich – nicht mehr von Land Hessen gefördert wurden. Alle Fahrzeuge, die die VGF beschafft – das gilt auch für die 300 Millionen €-Order des neuen U-Bahn-Typs “U5” werden vollständig aus Eigenmitteln des Unternehmens finanziert.

 

Bei Rückfragen:

Bernd Conrads

Tel.: 069 213 23557

 

Technische Daten für den SOLARIS-Standardbus: 

 

Hersteller: Solaris

Typ: “Urbino 12”

Herkunftsland: Polen

Produktion: Bolechowo (bei Posen)

Georderte Stückzahl: 17

 

Sitzplätze: 33

Stehplätze: 50

Behindertenplätze: 4

 

Achszahl: 2

Länge: 12 Meter

Breite: 2,55 Meter

Höhe: 3,05 Meter

Leer-Gewicht: ca. 11,8 Tonnen

Zulässiges Gesamtgewicht: 18 Tonnen

 

Leistung: 231 KW ( = 314 PS)

Höchstgeschwindigkeit: ca. 91 km/h

 

 

Technische Daten für den MAN-Gelenkbus:

 

Hersteller: MAN

Typ: “Lion’s City”

Herkunftsland: Polen

Produktion: Posen

Georderte Stückzahl: 12

 

Sitzplätze: 52

Stehplätze: 86

Behindertenplätze: 4

 

Achszahl: 3

Länge: 17,89 Meter

Breite: 2,5 Meter

Höhe: 3,06 Meter

Leer-Gewicht: 16,85 Tonnen

Zulässiges Gesamtgewicht: 27,8 Tonnen

 

Leistung: 235 KW ( = 320 PS)

Höchstgeschwindigkeit: ca. 90 km/h

 


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