Ähnlichkeiten sind kein Zufall, Übereinstimmungen absolut gewünscht: gelbe Haltestangen, orange Verkleidungen der Türbereiche, optische Fahrgast-Informationsanzeiger über den Türen der Fahrerkabine – die Innenräume der U-Bahnwagen der Typen „U4“ und „U5“ werden sich künftig gleichen wie ein Ei dem anderen. Denn die VGF modernisiert bis 2013 ihre 37 Fahrzeuge des Typs "U4" komplett und paßt sie dabei den modernen „U5“-Wagen an. Das muß auch so sein, denn die zwischen 1994 und 1995 in Dienst gestellten „U4“ sollen künftig mit den Wagen der neuesten Generation gekuppelt werden und dann in gemischten Zugverbänden unterwegs sein.
Charakteristischer Dachspoiler
Die Modernisierung der „U4“-Wagen ist zurzeit in der Stadtbahn-Zentralwerkstatt (StZW) im Gange. Vom Innenausbau bis zur – hinter Verkleidungen nicht sichtbaren – Technik wird alles saniert oder komplett erneuert. Dazu gehören auch Klimaanlagen für die Fahrerkabinen, die sich auf den Dächern der „U4“-Wagen befinden. Damit diese vor Fahrtwind und möglichen Beschädigungen geschützt sind, hat die Zentralwerkstatt eigens eine Spoilerkonstruktion entwickelt. Die charakteristischen Hauben, an der die Wagen äußerlich leicht zu erkennen sind, befinden sich direkt über den Fahrerkabinen und verändern das Aussehen der Front signifikant.
Klimaanlagen zu schwer
Der Einbau von Klimaanlagen für den Fahrgastraum war auch vorgesehen, aber nicht möglich, da die Statik der 16 Jahre alten U-Bahnen dafür nicht ausgelegt und deshalb für den Aufbau einer bis zu 1,5 Tonnen schweren Klimaanlage ungeeignet ist. Für mehr Frischluft ist künftig trotzdem gesorgt: Da Umbau alle Fensterscheiben austauscht – und so verkratze durch neue und getönte Scheiben ersetzt – werden, können acht zusätzliche Klappfenster eingebaut werden. Somit befindet sich künftig an jedem Fenster ein aufklappbarer Teil am oberen Rand. Weiterhin erhalten die acht Türen Lüftungsschlitze, die die Luftzirkulation im Fahrgastbereich verbessern.
Zur Modernisierung gehört neben einem neuen Fußbodenbelag auch ein frisches Kleid: Alle „U4“ werden in der firmeneigenen Lackierhalle neu gespritzt, so daß die Wagen einen fabrikneuen Eindruck machen, wenn sie die StZW verlassen.
Video-Nachrüstung
Neu ist die Videoüberwachung, wie sie im „U5“-Wagen zum Standard gehört. In jedem Wagen werden an den Decken insgesamt vier Kameras angebracht. Der Fahrer hat die Möglichkeit, bei stehendem oder sehr langsam rollendem Fahrzeug und über einem kleinen Monitor auf jede davon zuzugreifen. Die Bilder werden auf einer Festplatte im Fahrzeug 48 Stunden aufgezeichnet, danach automatisch überspielt. Einer Speicherung findet bei der VGF wie üblich nicht statt.
Die komplette Sanierung eines Wagens, der dabei auch die so genannte Grundüberholung durchläuft, eine Art TÜV für Schienenfahrzeuge, dauert sechs bis acht Monate und kostet die VGF rund 632.000 €. Eine besondere Herausforderung ist dabei die technische Abstimmung von Bahnen unterschiedlicher Fahrzeug-Hersteller und -Generationen aufeinander: Die „U4“-Wagen stammen von der Firma Siemens, die seit Spätsommer 2008 ausgelieferten „U5“ werden von Bombardier Transportation hergestellt.
Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen alle 37 „U4“ modernisiert sein. Das erste umgebaute Fahrzeug, der Wagen 529, hat schon im Sommer seinen Betrieb aufgenommen, fährt aber noch nicht in Kompositionen mit dem „U5“.
Weitere Informationen und Bilder zu der Fahrzeug-Flotte der VGF finden Sie auf dieser Seite unter der Rubrik „Presse / Info“, Stichwort „Fuhrpark“.
Bei Rückfragen:
Bernd Conrads
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