Die VGF setzt auch im Jahr 2010 ihr Vorhaben „Sicherheit & Service“ (SuS) fort, um diese wichtigen Aspekte rund um den Bus- und Bahn-Betrieb nicht „nur“ zu gewährleisten, sondern kontinuierlich zu verbessern. Doch Video-Überwachung sowie Notruf- und Informationssäulen sind nur ein Teil der umfangreichen Sicherheits-Einrichtungen, die in Frankfurter U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen und Stationen betrieben werden. Mit einer Informations-Kampagne will das Unternehmen in den kommenden Wochen auf die Funktion der vielen verschiedenen Vorrichtungen in seinem Netz hinweisen.
Wie funktioniert die Notbremse einer U-Bahn im Tunnel? Wen erreicht man, wenn man den gelben oder den roten Knopf der Notruf- und Informationssäule drückt? Welche Einsichten hat die SuS-Zentrale in die Stationen? Warum sind auf den Bahnsteigen unterirdischer Stationen Notbremsen installiert? Solche und ähnliche Fragen sollen mit der Informations-Broschüre „Sicher unterwegs mit der VGF“ beantwortet werden, die uniformierte Fahrausweisprüfer in den kommenden Tagen in Bahnen und Stationen verteilen. So wissen viele Fahrgäste nicht, daß eine U-Bahn nach Ziehen der Notbremse nicht einfach im Tunnel stehen bleibt, sondern bis zur nächsten Station fährt – alles andere würde die Situation gefährlicher als notwendig machen. Die Notbremsen auf den unterirdischen Bahnsteigen wiederum stellen die Signale für aus- oder einfahrende Züge auf rot, so daß sie in Notfällen die Station nicht verlassen oder gar nicht erst einfahren können.
Plakate in den Vitrinen und Infoscreen-Spots auf den 14 Bildschirmen der Stationen „Hauptwache“, „Konstablerwache, „Bockenheimer Warte“ und „Hauptbahnhof“ bauen mit diesen und anderen Informationen auf der Broschüre, die es auch in englischer Sprache gibt, <//span>auf. Das gilt ebenfalls für eine Scheck-Karte mit wichtigen Notruf- und Informations-Telefonnummern, die in jede Brieftasche passt. Auf ihr stehen Polizei und Feuerwehr (110 und 112) ebenso wie die SuS-Zentrale (213 22708) und der Sicherheits- und Servicepunkt in der Hauptwache (213 24711). Zu den Service-Nummern gehören neben dem allgemeinen Kundendienst-Anschluß (19449) das VGF-Fundbüro (213 22258) und das Beschwerdemanagement (213 22235).
Personal und Technik
Damit bezieht sich die Kampagne auf die umfangreichen Anstrengungen, mit Personal und technischen Nachrüstungen sowohl den Service als auch die Sicherheit im öffentlichen Verkehr Frankfurts zu verbessern. Seit Ende vergangenen Jahres begleitet der Ordnungsdienst der VGF nach 21 Uhr die U-Bahnen mit Doppelstreifen; seit Anfang April sind die Fahrausweisprüfer in Uniform unterwegs, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern. Zwar werden weiterhin Fahrscheine überprüft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen aber auch als Ansprechpartner und Service-Kraft des Unternehmens klar erkennbar sein. Zur Verbesserung des Service gehört auch die neue Fahrgast-Begleitung, ein Angebot „von Tür zu Tür“, das sich an – und sei es nur vorübergehend – in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste richtet und am 3. Mai startete. Siehe hierzu im Pressearchiv die Meldung „Von Tür zu Tür“ vom 28. April 2010. Der Begleit-Service kann bis einen Tag vor der geplanten Fahrt bei der VGF unter der Telefonnummer
213 23188
gebucht werden.
Alle „U5“ mit Kameras“
Technische Einrichtungen ersetzen bei der VGF keine Menschen, sondern sollen sie unterstützen – gerade da, wo Personal nicht immer präsent sein kann. Das betrifft das rollende Material ebenso wie die „ortsfeste Infrastruktur“.
Deshalb legt das Frankfurter Verkehrsunternehmen bei der technischen Ausstattung seiner Fahrzeuge nach: Von den 146 neuen U-Bahnen des Typs „U5“ sollten ursprünglich rund 20 Prozent – 29 Fahrzeuge – mit Video-Überwachung ausgestattet, die übrigen entsprechend vorgerüstet werden. Die VGF hat nun entschieden, in alle neuen Bahnen Kameras einzubauen: Die noch bis 2015 vom Hersteller Bombardier Transportation (BT) zu liefernden Bahnen – zurzeit sind 43 ausgeliefert und 41 im Einsatz, davon 16 mit Kameras – werden alle Video erhalten, die schon hier fahrenden Züge werden nachgerüstet, der erste „U5“ im Herbst. Das gilt auch für die 37 Bahnen des älteren Typs „U4“, die weiterhin im Einsatz bleiben und in Zukunft mit den „U5“ zusammen gekoppelt werden können: Auch sie erhalten Videokameras, die die Bilder nicht speichern, sondern auf Festplatten im Fahrzeug 48 Stunden aufzeichnen und im Normalfall anschließend überspielen. Die Kosten für die Nachrüstung von „U4“- und „U5“-Wagen belaufen sich auf rund 1,73 Millionen €, die die VGF alleine trägt.
Busse und Straßenbahnen „im Blick“
Auch Busse hat die VGF in den Jahren 2007 und 2009 bei Neuanschaffungen nur noch mit Kameras gekauft. Zurzeit sind 61 von 180 Fahrzeugen so unterwegs, zuletzt wurden 24 im Dezember 2009 in Dienst gestellt. Drei Kameras – in der Fahrzeugdecke unter kleinen Glashalbkugeln, so genannten Domen, installiert – behalten das Innere im Blick. Wie bei U- und Straßen-Bahnen bleiben die Bilder auf einer Festplatte im Fahrzeug, nach 48 Stunden und keinem bemerkenswerten Ereignis werden sie mit neuen Aufnahmen überspielt.
Von 103 Frankfurter Straßenbahn sind wiederum elf mit der Technik ausgestattet: die ersten „S“-Wagen, die von Oktober 2003 an ausgeliefert wurden. Hier ist bis jetzt keine Nachrüstung geplant.
1. und 2. „SuS“-Baustufe
In den Stationen, die nach wie vor vom Ordnungsdienst bestreift werden, hat die Videotechnik vor vier Jahren Einzug gehalten: Die erste Baustufe wurde vor der WM 2006 in Betrieb genommen. Sie umfasste, bei einer Investition in Höhe von 2,4 Millionen €, mit „Hauptwache”, „Konstablerwache”, „Willy-Brandt-Platz”, „Süd”- sowie „Hauptbahnhof”, „Schweizer Platz” und „Dom / Römer” sieben innerstädtische Stationen. Auf Verteiler- wie Fahrebenen wurden 55 Notruf- und Informationssäulen sowie 142 neue Kameras installiert. Mit den 70 schon vorhandenen Kameras der alten Bahnsteigüberwachung, die integriert wurden, waren seitdem 212 Kameras im Einsatz. Gleichzeitig nahm die VGF mit der modernen SuS-Zentrale das Herzstücks des Systems in Betrieb.
Die Stationen „Nordwestzentrum”, „Alte Oper”, „Westend”, „Leipziger Straße”, „Kirchplatz”, „Festhalle / Messe”, „Ostbahnhof”, „Habsburger Allee”, „Zoo”, „Holzhausenstraße”, „Parlamentsplatz”, „Eissporthalle”, „Eschenheimer Tor”, „Bockenheimer Warte”, „Grüneburgweg”, „Miquel- / Adickesallee”, „Seckbacher Landstraße”, „Bornheim Mitte”, „Höhenstraße” und „Merianplatz” gehörten zur zweiten Baustufe, die seit Anfang 2010 vollständig in Betrieb ist. In ihre Ausstattung – unter anderem mit 71 Notruf- und Informationssäulen, 40 schwenkbaren sowie 151 stationären Kameras – sind 2,5 Millionen € geflossen, das Land Hessen hat davon 900.000 € gefördert.
Die Sicherheits- & Service Zentrale wurde im Rahmen dieser zweiten Stufe um einen dritten Bedienplatz erweitert. Hier nimmt ein Mitarbeiter des Ordnungsdiensts, wie an den beiden anderen Bedienplätzen, Notrufe und Informationswünsche entgegen. Außerdem werden sowohl die unterirdischen Verkehrsbauwerke der VGF als auch die oberirdischen Objektschutzanlagen – z.B. Abstellanlagen wie Bommersheim, Römerstadt und Heddernheim – auf sieben Monitoren mit insgesamt 28 Bildern überwacht. Die Bilder werden 48 Stunden aufbewahrt und danach automatisch gelöscht, wenn kein Vorfall dokumentiert oder gemeldet wurde.
3. Baustufe in Vorbereitung
Unterdessen hat das Unternehmen die Planungen für die dritte Baustufe, in deren Verlauf ausgewählte oberirdische U-Bahn-Stationen und Straßenbahn-Haltestellen mit weiteren 90 Kameras und 31 Säulen in das System eingebunden werden sollen, abgeschlossen. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten, in die rund 1,2 Millionen € fließen, beginnen. 16 Anlagen wurde – aus einem mit der Polizei erarbeiteten Kriterien-Katalog abgeleitet – oberste Priorität zugeordnet: „Dornbusch”, „Fritz-Tarnow-Straße”, „Lindenbaum”, „Hügelstraße”, „Weißer Stein”, „Heddernheim”, „Ginnheim”, „Nieder-Eschbach”, „Industriehof”, „Römerstadt“, „Bonames Mitte“ (alle U-Bahn), „Willy-Brandt-Platz”, „Hauptbahnhof”, „Eissporthalle / Festplatz”, „Südbahnhof”, „Ginnheim” (alle Straßenbahn). Die Station „Römerstadt” wurde wegen hoher „Vandalismus”-Schäden vorgezogen und ist schon mit zwei Dome-Kameras sowie acht festen Kameras ausgestattet. Die Kosten in Höhe von 67.000 € hierfür trägt die VGF. Auch an der Station „Bonames Mitte“, deren Modernisierung im April begonnen hat, werden Kameras installiert.
Weitere Einzelheiten zum Sicherheits- und Service-Angebot im Netz der Frankfurter U- und Straßenbahn können Sie der Presse-Information vom 16. Oktober 2008 entnehmen, die Sie im Pressearchiv auf dieser Internetseite finden. Im „Download”-Bereich der Seite ist darüber hinaus von Montag an das erwähnte Flugblatt „Sicher unterwegs mit der VGF“ erhältlich.
Bei Rückfragen:
Bernd Conrads
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