08.09.2011

Mit "Crime Stoppern" für Zivilcourage

VGF, Polizei und Präventionsrat starten neue Kampagne mit den Bodengrafiken auf den Bahnsteigen innerstädtischer U-Bahn-Stationen - Dezerneten für Verkehr und Sicherheit sowie der Polizeipräsident bringen den ersten Aufkleber an.

Die VGF und der Präventionsrat der Stadt Frankfurt am Main setzen ihre langjährige, erfolgreiche Kooperation fort. In Zusammenarbeit mit der Frankfurter Polizei und durch Unterstützung von Sicherheitsdezernent Markus Frank sowie Verkehrsdezernent Stefan Majer wurde am Mittag in der U-Bahn-Station „Konstablerwache“ die erste von insgesamt rund 160 Bodengrafiken angebracht.

Die Bodengrafiken firmieren - seit der Präventionsrat die Idee hierzu im Mai 2005 entwickelte - unter dem englischen Arbeitstitel „Crime Stopper“. Dabei handelt es sich um runde 60 cm messende Bodenaufkleber aus rutschfestem Schutzlaminat, die durch vier prägnante Botschaften  auf gelbem Hintergrund im Sinne der 1997 vom Präventionsrat initiierten Kampagne „Gewalt-Sehen-Helfen“ bei den Menschen um Wachsamkeit, Engagement und umsichtiges Eingreifen werben. Sie verkünden:

„Durch Ihre Aufmerksamkeit haben Sie mich beschützt“

„Durch Ihr lautes Rufen haben Sie den Täter vertrieben“

„Durch den Notruf 110 haben Sie für schnelle Hilfe gesorgt“

„Durch Ihre Zeugenaussage haben Sie zu mehr Sicherheit für alle beigetragen“

Diese Botschaften wurden von Beamten verschiedener hessischer Polizeipräsidien und Psychologen des hessischen Landeskriminalamtes entwickelt und sollen der Anonymität in der Menschenmenge entgegenwirken, in dem sie jeden Leser direkt ansprechen und zum Helfen anregen, wenn er Zeuge eines Notfalls oder einer Gewalttat werden sollte. Mit „Helfen“ ist nicht das körperliche Einschreiten gemeint, sondern wie auf den Crime Stoppern zu lesen ist:

Ø      aufmerksam sein,

Ø      laut um Hilfe rufen oder

Ø      mit dem Handy den Notruf 110 wählen,

Ø      sich als Zeuge zur Verfügung stellen.

Denn die Kampagne möchte nicht, dass sich die Helfer selbst gefährden. Im Rand der Folien ist der Absender der Botschaft vermerkt: „Vielen Dank für Ihre Hilfe. Wir wollen, dass Sie sicher leben – ihre Polizei“.

„Zivilcourage ist für das Zusammenleben unserer Gesellschaft gerade in Großstädten von sehr großer Bedeutung“, betonte Polizeipräsident Dr. Achim Thiel. „Mögliche Opfer brauchen nicht nur die Polizei, sondern Zeugen als auch Mitbürger, die hinschauen und in Notlagen zur Seite stehen. Die Crime Stopper werden helfen, die Menschen hierfür zu gewinnen.“

Deutschlandweit erste Aktion

Die VGF wird jeweils 16 dieser Aufkleber auf den Bahnsteigen der U-Bahn-Stationen „Alte Oper“, „Willy-Brand-Platz“, „Konstablerwache“, „Bockenheimer Warte“, „Festhalle/Messe“, „Hauptbahnhof“, „Zoo“, und „Eissporthalle“ anbringen. In in der U-Bahnstation „Hauptwache“ sogar 32 Exemplare. Bereits im Jahr 2005 wurden die ersten Crime Stopper in der U-Bahn-Station angebracht und müssen jetzt erneuert werden. Die neuen Crime Stopper sind auffälliger und unübersehbar.

Umfangreiche Werbung

Die VGF macht für die neuen „Crime Stopper“ und ihre Botschaften Werbung. In den Vitrinen an den Haltestellen der VGF hängen entsprechende Plakate, auf den Infoscreen-Bildschirmen in den Stationen „Hauptbahnhof“, „Hauptwache“, „Konstablerwache“, und „Bockenheimer Warte“ läuft dazu in den kommenden Wochen außerdem ein zwölf Sekunden langer Spot zur Kampagne „Gewalt-Sehen-Helfen.“

Langlaufende Kampagne

VGF und Präventionsrat arbeiten seit Jahren zusammen. Sichtbarer Ausdruck dieser Kooperation ist die schwarz-rote „Gewalt-Sehen-Helfen“-Straßenbahn, mit der die VGF seit vielen Jahren in der Stadt wirkungsvoll für das Anliegen Werbung macht.

Die „Crime Stopper“ sind ein weiterer und bewährter Baustein der nun ins
14. Jahr gehenden Kampagne „Gewalt-Sehen-Helfen“. Auslöser für Ihren Start war 1997 unter anderem ein Überfall auf eine 77 Jahre alte Frau, die auf dem belebten Rossmarkt niedergeschlagen und ausgeraubt wurde. Trotz Hilferufen schritt damals kein Passant ein, nicht einmal Polizei und Rettungswagen wurden gerufen. „Wir möchten mit der schönen Aktion der Gleichgültigkeit Einzelner in unserer Gesellschaft und dem allgemeinen Trend des einfachen Wegschauens entgegenwirken“, sagte Wirtschaftsdezernent Markus Frank als Vorsitzender des Präventionsrates. Ziel der Kampagne soll deshalb sein, die Bevölkerung für Hilfeleistung zu motivieren, das Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein zu stärken und die Bereitschaft zur Zivilcourage zu steigern.
„Dazu ist es nötig das grundsätzliche Problembewusstsein zu schaffen um dann die individuelle Helferkompetenz zu stärken“, so Stadtrat Markus Frank weiter.

Sicherheit ist Qualitätskriterium

Das will auch die VGF mit Ihrer Unterstützung fördern, indem sie die Problematik an öffentlichen Plätzen mit viel Publikumsverkehr thematisiert.
„Mit ihrem Engagement will sich die VGF an ihre Fahrgäste und ihre eigenen Mitarbeiter wenden“, begründete Verkehrsdezernent Stefan Majer die Mitarbeit des Unternehmens. „Die VGF erbringt ihre Dienstleistung zum großen Teil im öffentlichen Raum und auch wenn Busse, Bahnen oder Stationen erwiesenermaßen keine gefährlicheren Orte als normale Straßen und Plätze sind, so ist Gewalt gegen Fahrgäste und Mitarbeiter, wenn auch nicht unbedingt Alltag, so doch möglich.“

Gewalt-Sehen-Helfen-Seminare

Wie zu helfen ist ohne sich selbst zu gefährden, kann man in Seminaren der Volkshochschule Frankfurt erleben. Anfragen von interessierten Gruppen nimmt auch die Geschäftsstelle des Präventionsrates entgegen: Tel. 069 / 212-35443 Email: praeventionsrat(at)stadt-frankfurt.de

 

Pressekontakt:
Bernd Conrads
VGF-Unternehmenskommunikation
Tel.: 069 213 23557

 


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