Die VGF wird vom Fahrplanwechsel am 11. Dezember an insgesamt 31 neue Busse einsetzen – und ihren Fuhrpark damit weiter modernisieren. Mitte des Jahres waren die Aufträge für neue 17 neue Standard-Busse und 14 Gelenkbusse an die Firmen SOLARIS bzw. EvoBus gegangen. SOLARIS wird zum vierten Mal nach 2007, 2009 und 2010 liefern, EvoBus hat seit der letzen Lieferung in 2005 erneut den Zuschlag für VGF-Busse erhalten. Die Fahrzeuge der Typen „Urbino 12“ (SOLARIS), die zurzeit ausgeliefert werden, werden in der Nähe der polnischen Stadt Posen gefertigt, die „Citaro G“ (EvoBus) in Mannheim.
VGF setzt Maßstäbe beim Umweltschutz
Die VGF hat auch in der Vergangenheit stets Busse mit dem zum Zeitpunkt der Bestellung modernsten, serienmäßig erhältlichen Umweltstandard gekauft. Seit 2000 hat das Unternehmen so kontinuierlich alle neuen Fahrzeuge mit Dieselpartikelfiltern beschafft und verwendet zur weiteren Schadstoffminimierung schwefelfreien Dieselkraftstoff. Schon 1989 war die VGF das erste Verkehrsunternehmen in Deutschland, das freiwillig Busse mit Rußfiltern gekauft hat. Wie bei der Beschaffung der SOLARIS-Busse – die VGF kaufte 37, 24 und 17 Fahrzeuge – erfüllen die Busse der neuesten Generation nun den EEV-Standard, die gegenwärtig anspruchsvollste Abgas-Norm für Busse und Lastwagen in der EU.
EEV
Das Kürzel “EEV” steht für Enhanced Environmentally Friendly Vehicle. Diese besonders umweltschonenden Fahrzeuge übertreffen die Abgaswerte der seit September 2009 für alle neuen Bus- und LKW-Typen gültigen “Euro 5”-Norm. Mit ihren 231 bzw. 220 kW starken Motoren sind die neuen Standard- und Gelenkbusse auch für bergige Strecken geeignet.
Busse Teil der Lösung, nicht des Problems
Da die VGF seit Jahren konsequent umweltfreundliche Busse kauft, sind ihre Fahrzeuge auch nicht Teil des Frankfurter Feinstaub-Problems sind, sondern im Gegenteil von dessen Lösung. Denn Busse stellen eine Gegenoption zum Individualverkehr dar und fördern so den Umstieg von Personenwagen auf den Öffentlichen Personen-Nahverkehr.
Umweltfreundliche Fahrzeuge sind nicht nur wegen des Umweltschutzes notwendig, sondern auch wegen des Kraftstoff-Verbrauchs: Ein rund zwölf Meter langer Standardbus wie der “Urbino 12” verbraucht nach Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ca. 38 Liter auf hundert Kilometern. Bei einer vollen Auslastung mit rund 94 Fahrgästen verbraucht er pro Person auf hundert Kilometern weniger als 0,5 Liter; sind lediglich alle Sitzplätze belegt, ergibt sich auf dieser Strecke ein Verbrauch von einem Liter. Nach VDV-Angaben liegt die durchschnittliche Platzauslastung eines solchen Busses in Deutschland – im Stadt- wie im Überlandverkehr – bei 16 Fahrgästen. Das bedeutet einen Verbrauch von zwei Litern pro Person auf hundert Kilometern – das “Zwei-Liter-Auto” ist also in Frankfurt und anderen Städten schon seit langem im Einsatz.
Neue und alte Ausstattungs-Elemente
Von innen und außen unterscheiden sich die SOLARIS- und EvoBus-Fahrzeuge nicht wesentlich von ihren Vorgängern. Die Haltestangen sind gelb und in Nähe der drei Türen taktil – also zur besseren Erkennung für sehbehinderte Fahrgäste gerippt. Die Farbe blau dominiert im Innenraum, etwa in den gewohnten Sitzbezügen; die Innenverkleidung der Fahrzeugwände ist hellgrau. Darüber hinaus verfügen die Busse über eine Ausstattung, wie sie die VGF schon mit vorangegangenen Beschaffungen zum Standard in Frankfurt gemacht hat: Die 33 Sitz- und 50 Stehplätze – bei den größeren Gelenkbussen 52 bzw. 89 – sind durch drei Türen erreichbar, an der mittleren befindet sich eine von Hand ausklappbare Rampe für Rollstuhlfahrer. In direkter Nähe sind vier Plätze für behinderte Fahrgäste vorgesehen, die Busse sind selbstverständlich niederflurig. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über das so genannte Kneeling, bei dem an Haltestellen auf Knopfdruck mittels Pneumatik die rechte Fahrzeugseite um ca. 70 Millimeter abgesenkt und so ein leichterer Ein- und Ausstieg möglich wird. Mit ihrer Ausstattung gewährleisten auch die neuen Fahrzeuge einen behindertengerechten sowie barrierefreien Betrieb – und damit großen Komfort für alle Fahrgäste.
Dafür sorgen zusätzlich Klimaanlagen. Seit elf Jahren kauft die VGF nur noch so ausgestattete Busse, auch wenn sich deren Betrieb in höherem Kraftstoffverbrauch niederschlägt. Seit 2007 ist die gesamte Flotte mit entsprechenden Geräten ausgerüstet.
Fahrgast-Informations-System
Klima, Kneeling, Barrierefreiheit: Als am 7. Oktober 1927 der erste Linienbus durch Frankfurt fuhr, war für die 19 Fahrgäste, die in dem auf einem LKW-Chassis gebauten Gefährt Platz nehmen konnten, an solche Dinge nicht zu denken.
Das gilt auch für Ausstattungselemente, die sich schon in der ersten SOLARIS-Serie 2007 bewährt haben: etwa für das Fahrgastinformations-System. Über die folgenden Haltestellen und Anschlüsse informiert ein multimedialer Flachbildschirm. An der Vorderseite, direkt über dem Mittelgang – beim Gelenkbus zusätzlich hinter dem Drehgestell –, geben 19 Zoll große Bildschirme des LAWO INFOtainment-Systems über Liniennummer mit Fahrtziel, Anzeige der nächsten Haltestellen, Linienverlauf, Anschlüssen und "STOP" Auskunft. Die Bildschirmdarstellung – also Fonts, Farbe, Informationsart, Objektposition auf dem Schirm usw. – ist variabel programmierbar.
Außen finden sich Informationen zu Route und Liniennummer an den bekannten Stellen: An der Front und an der rechten Fahrzeugseite sind Ziel- und Liniennummer-Anzeige angebracht, links und am Heck nochmals die Nummer.
Fahrzeuge videoüberwacht
Nicht neu, aber ebenfalls bewährt: Nach den positiven Erfahrungen mit den entsprechend ausgerüsteten Bussen der vorangegangenen Beschaffungen, hat die VGF alle Neufahrzeuge wieder mit Videoüberwachung gekauft. Damit sind nun alle Busse der VGF-Flotte so ausgestattet. Kameras in der Fahrzeugdecke hinter kleinen Glashalbkugeln, so genannten Domen, installiert – vier in den Solo-, sechs in den Gelenkbussen – behalten das Innere im Blick. Wie bei U- und Straßenbahnen bleiben die Bilder auf einer Festplatte im Fahrzeug, nach 48 Stunden und keinem bemerkenswerten Ereignis werden sie mit neuen Aufnahmen überspielt.
Sicherheit für alle
Aber nicht nur Umweltschutz und Komfort spielen bei der Bus-Beschaffung der VGF zentrale Rollen, sondern auch die Sicherheit für Fahrgäste und anderer Verkehrsteilnehmer. Sie wird beispielsweise vom elektronischen Bremssystem EBS, mit dem die Busse ausgestattet sind, deutlich erhöht. Durch die elektronische Steuerung der Bremsanlagen haben die schon leer knapp zwölf bzw. 17 Tonnen schweren Fahrzeuge leicht und schnell ansprechende Bremsen wie Personenwagen. Dadurch verkürzt sich der Bremsweg; darüber hinaus verfügen alle Fahrzeuge sowohl über eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), die ein Durchdrehen der Räder beim Anfahren unterbindet, als auch über ein Anti-Blockier-System (ABS).
Umweltschutz, Sparsamkeit, Fahrgastkomfort, Sicherheit – Ausstattung und Ausrüstung haben ihren Preis: Der Auftrag umfaßt ein Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen €, wobei die in diesem Jahr in Dienst gestellten Busse – wie inzwischen üblich – nicht mehr von Land Hessen gefördert wurden. Alle Fahrzeuge, die die VGF beschafft – das gilt auch für die 300 Millionen €-Order des neuen U-Bahn-Typs “U5” – werden vollständig aus Eigenmitteln des Unternehmens finanziert.
Pressekontakt:
Bernd Conrads
Tel.: 069 213 23557
E-Mail:
presse(at)vgf-ffm.de
Technische Daten für den SOLARIS-Standardbus:
Hersteller: Solaris
Typ: “Urbino 12”
Herkunftsland: Polen
Produktion: Bolechowo (bei Posen)
Georderte Stückzahl: 17
Sitzplätze: 32
Stehplätze: 50
Behindertenplätze: 4
Achszahl: 2
Länge: 12.000 mm
Breite: 2.550 mm
Höhe: 2.850 mm
Leer-Gewicht: ca. 11.820 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 18.000 kg
Leistung: 231 KW ( = 314 PS)
Höchstgeschwindigkeit: ca. 91 km/h
Technische Daten für den EvoBus-Gelenkbus:
Hersteller: EvoBus
Typ: “Citaro G”
Herkunftsland: Deutschland
Produktion: Mannheim
Georderte Stückzahl: 14
Sitzplätze: 54
Stehplätze: 89
Behindertenplätze: 4
Achszahl: 3
Länge: 18.095 mm
Breite: 2.550 mm
Höhe: 3.200 mm
Leer-Gewicht: 16.985 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 28.000 kg
Leistung: 220 kW ( = 299 PS)
Höchstgeschwindigkeit: ca. 90 km/h
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