22.04.2010

Neue U-Bahn-Linien über den Riedberg: Arbeiten gehen voran

U8 und U9 werden von Dezember 2010 an das größte deutsche Wohn-Neubaugebiet, den Riedberg, mit der Innenstadt verbinden. Die Arbeiten der VGF liegen im Zeitplan.

Im Dezember ist Fahrplanwechsel. Nicht nur das: Von da an werden die Bewohnerinnen und Bewohner von Frankfurts neuem Stadtteil Riedberg, die am dortigen Uni Campus Studierenden und die Beschäftigten mit zwei neuen U-Bahn-Linien schnell und bequem in die Innenstadt oder zum Nordwestzentrum kommen. Frankfurts U-Bahn-Netz wächst dann um rund vier Kilometer und zwei Linien, denn damit nehmen U8 und U9 ihren Betrieb auf. „Wir liegen mit dem wichtigsten ÖPNV-Projekt der letzten Jahre im Zeitplan“, sagte Verkehrsdezernent Lutz Sikorski zum Stand der Arbeiten.

Die Arbeiten der VGF – und der von ihr beauftragten Bauunternehmen – entlang der Neubaustrecke über den Riedberg laufen auf Hochtouren. Das Projekt umfasst neben den vier Kilometern Gleis, zwei neue Stationen, den modernisierenden Umbau dreier alter Stationen und den Einbau von drei neuen Weichenverbindungen. Insgesamt 71 Millionen € werden investiert, um das Neubaugebiet Riedberg mit der U8 über die Eschersheimer Landstraße mit der Innenstadt, und mit der U9 über Nordwestzentrum mit Ginnheim sowie – nach Umstieg auf die Straßenbahn-Linie 16 – mit dem Hauptbahnhof zu verbinden.

Der Neubau ist eine Verbindung zwischen der Strecke der Linie U3 im Westen, wo er am Niederurseler Hang abzweigt, und der Linie U2 im Osten, auf die seine Gleise südlich von Kalbach einfädeln. Die U8 wird künftig von der End-Station „Riedberg“ über Niederursel, Heddernheim, Eschersheimer Landstraße und Hauptwache bis Südbahnhof führen; die U9 von Nieder-Eschbach, Kalbach, die Neubaustrecke über Riedberg, Niederursel und Nordwestzentrum bis Ginnheim.

Neubau zweier Stationen

Auf dem Riedberg baut die VGF mit „Riedberg“ und „Uni-Campus Riedberg“ zwei neue Stationen. Beide werden 105 Meter lange Bahnsteige haben, die Vier-Wagen-Zügen Platz bieten, wie sie in Zukunft auf der U8 eingesetzt werden können. Mit ihren 80 Zentimetern Höhe und den Rampen werden sie barrierefrei und mobilitätsgerecht zugänglich sein, also einen stufenlosen Übergang in die U-Bahn-Züge der VGF ermöglichen. Die endgültige Entscheidung über die Ausstattung der Stationen, hier insbesondere die Wartehallen, wird im Sommer getroffen. Der Bau beider Stationen beginnt im Mai; „Riedberg“ soll Ende August fertig sein, die Station „Uni-Campus Riedberg“ schon Ende Juni diesen Jahres.

Modernisierung dreier Bestands-Stationen

Im Zuge des Strecken-Neubaus werden auch drei ältere Stationen modernisiert bzw. angepasst: Die Bahnsteige der Station „Wiesenau“ (künftig nicht nur U3, sondern auch U8 und U9) werden auf 105 Meter Länge und 80 Zentimeter Höhe ausgebaut; die der Station „Heddernheimer Landstraße (künftig U1 und U9) auf 80 Zentimeter Höhe. Beide Stationen werden umfassend modernisiert, mit neuem Mobiliar, neuen Wartehallen und Geräten der Dynamischen Fahrgast-Information (DFI). Das ist an der Station „Niederursel“ schon vorhanden, doch um künftig nicht nur den Betrieb der Linie U3 abwickeln zu können, sondern auch den der neuen Linien, müssen die schon modernisierten Bahnsteige auf 105 Meter Länge ausgebaut werden. Die Station „Heddernheimer Landstraße“ wird Ende April umgebaut sein; an der Station „Wiesenau“ wird der stadteinwärtige Bahnsteig im Juni diesen Jahres eröffnet, der Richtung Oberursel Ende September. An der Station „Niederursel“ sollen die Arbeiten Mitte Juli (stadteinwärtiger Bahnsteig) und Mitte Oktober (stadtauswärtiger Bahnsteig) abgeschlossen werden.

Drei neue Weichenverbindungen

Neben den alten und zukünftigen Stationen sind die neuen Weichenverbindungen die größten noch anstehenden Bauarbeiten. Am Abzweig Nordweststadt wurde die Verschwenkung der Linien U1 und U3 im Februar neu gebaut. Von Mitte Juli bis Mitte August steht hier der Abzweig U9 / U1 auf dem Bauprogramm der VGF. Zur gleichen Zeit werden die neuen Kreuzungen von U3 mit U8 und U9 am Niederurseler Hang sowie die Verbindung U8 / U2 südlich der Station „Kalbach“ eingebaut.

Die VGF wird rechtzeitig über die für den Einbau der Weichenverbindungen notwendigen Beeinträchtigungen auf den Linien U2 und U3 informieren.

Neue Brücken

Die Arbeiten an den neuen Brückenbauwerken sind dagegen weitgehend abgeschlossen. Die neue Radweg- und Fußgängerbrücke über die Autobahn A 661 wurde am Wochenende 10 / 11. April parallel zu der Stadtbahnbrücke eingesetzt. Bis auf Restarbeiten – unter anderem an der Böschung – ist die Brücke über die Rosa-Luxemburg-Straße fast fertig gestellt. Beendet sind Arbeiten an kleineren Bauwerken, etwa an der Überführung über den Radweg unmittelbar westlich der neuen Autobahn-Querung.

Gleis- und Oberleitungsbau

Neue Gleise hat die VGF ebenfalls schon verlegen lassen, von den insgesamt rund 4.000 Metern, die neu entstehen, lagen Mitte April etwa die Hälfte – so in der Mitte der Riedbergallee. Außerdem sind in der Nordweststadt vier Weichen und zwei Gleiskreuze des neuen Gleisdreiecks eingebaut. Zurzeit werden die Gleise zwischen der künftigen Station „Riedberg“ und der A 661-Überquerung verlegt, ein Strang ist schon vorhanden. Auf den anderen Abschnitten – etwa der Rampe zwischen dem Abzweig Kalbach und der neuen Autobahn-Brücke oder am Niederurseler Hang – wurden Unterbau und Frostschutz aufgeschüttet. Die Begrünung des Rasengleises – fast der gesamte Abschnitt soll so gestaltet  werden – sieht die Planung für Spätsommer 2010 vor. Auch entlang der Gleise sollen die Grünarbeiten noch vor Inbetriebnahme im Dezember begonnen werden.

Entlang der von West nach Ost verlaufenden Riedbergallee hat die VGF schon Mastfundamente gegossen, die Masten selbst sollen im Juni aufgestellt werden. Am Niederurseler Hang werden die notwendigen Fundamente in den Sommerferien angelegt, die Maste folgen im Spätsommer.

Alles in allem wird die Strecke Ende Oktober fahrbereit sein, so daß vom 25. Oktober an die notwendigen und rund sechs Wochen dauernden Probefahrten auf dem neuen Abschnitt folgen können.

Die Broschüre zum Bau und dem künftigen Verlauf der Linien finden Sie auf der Internetseite der der VGF unter den Rubriken „Bauvorhaben“ sowie „Download“.

 

Bei Rückfragen:

Bernd Conrads

Tel.: 069 213 23557

E-Mail: presse(at)vgf-ffm.de

 


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