Im vergangenen Juni wurde die Stadtbahn-Zentralwerkstatt (StZW) der VGF mit dem „ÖKOPROFIT“-Zertifikat als umweltfreundlicher Betrieb ausgezeichnet. Die Urkunde hatte die Dezernentin für Umwelt und Gesundheit, Manuela Rottmann, übergeben. Jetzt besuchte die Stadträtin die Zentralwerkstatt, in der die VGF alle größeren Reparaturen, Wartungsarbeiten Instandsetzungen an ihren rund 350 Schienen-Fahrzeugen ausführt, um sich vor Ort über bisherige und künftige Umweltschutz-Einrichtungen der VGF zu informieren. „Ich freue mich, daß die VGF als städtische Gesellschaft von sich aus beim Thema Umweltschutz Maßstäbe setzt und so ein gutes Beispiel für andere Betriebe gibt“, sagte Rottmann – gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied der VGF – beim Werkstatt-Rundgang mit Geschäftsführer Werner Röhre.
Auf Wunsch der VGF-Geschäftsleitung nahm die Stadtbahn-Zentralwerkstatt als Referenzobjekt für die VGF am „ÖKOPROFIT“-Projekt teil. ÖKOPROFIT steht für „Ökologisches Projekt Für Integrierte Umwelt Technik“ und ist eine Kooperation zwischen Kommunen und der örtlichen Wirtschaft mit dem Ziel, natürliche Ressourcen und Energien schonend einzusetzen bzw. zu sparen und dabei die Betriebskosten zu senken. Für die Verwirklichung müssen die teilnehmenden Betriebe ein entsprechendes Umweltmanagement-System einzuführen. Hierzu haben sie ein Jahr Zeit und werden dabei von einem „ÖKOPROFIT“-Beraterteam unterstützt. Nach erfolgreicher Zertifizierung des betrieblichen Umweltmanagement-Systems erfolgt die Auszeichnung als „ÖKOPROFIT“-Betrieb.
Das Projekt begann in der Zentralwerkstatt der VGF im Juli 2009, wobei die Schwerpunkte des Umweltmanagement-Systems durch „ÖKOPROFIT“ vorgegeben wurden. Innerhalb des VGF-Fachbereichs „Schienen-Werkstätten“, zu dem die StZW gehört, wurde ein Umweltteam gegründet, das die notwendigen Daten selbständig erarbeitete und kritisch bewertete. Dies geschah mit Hilfe der „ÖKOPROFIT“-Berater und unter Beachtung der entsprechenden Vorlagen. Zusätzlich nahmen die VGF-Mitarbeiter am regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Umweltteams beteiligter Betriebe teil.
Grundsätzliches Ziel: durch Energieeinsparung Betriebskosten zu senken. Dabei kristallisierten sich folgende Maßnahmen für die StZW zur Energieeinsparung bei – zumindest teilweiser – gleichzeitiger Reduzierung von Kosten heraus:
1. Kontrolle der Torschleieranlage
Bei Erneuerung der Torschleieranlage – einer Art Luftvorhang, der im Winter auch bei offen stehenden Toren die Auskühlung der Werkshallen verhindert – steht der Arbeitsschutz im Vordergrund.
2. Werkstatt-Beleuchtung
Der Gesamtverbrauch an elektrischer Energie im Niederspannungsbereich der StZW betrug 2008 ca. 2.734.000 kWh. Der Energieverbrauch der Werkstattbeleuchtung beträgt pro Jahr ca. 580.000 kWh. Das sind rund 21% des Gesamtenergieverbrauchs.
Durch eine Optimierung der Beleuchtungsanlage in der Werkstatt wird dieser Energieverbrauch um ca. 50% reduziert.
3. Büro-Beleuchtung
Eine Energieeinsparung an der Bürobeleuchtung lässt sich durch den Einsatz von energiesparenden Lampen und einer Tageslicht-Regelung erzielen.
4. Überprüfung der Abwasserkanäle auf Dichtigkeit
Dies ist eine behördliche Forderung und wird auch im Sinne des Umweltschutzes durchgeführt.
5. Kompressoranlage
Durch den Einsatz einer zeitgemäßen Kompressoranlage werden die nicht effizienten Laufzeiten erheblich reduziert. Dadurch wird der Energieverbrauch entsprechend reduziert.
6. Elektronische Abfallnachweisführung
Die elektronische Abfallnachweisführung dient zur Ablaufoptimierung
7. Fahrstrom Ökostrom
Hier geht es nur um den von der StZW benötigten Fahrstrom. Durch den Wechsel auf den Mainova- Ökostrom wird der CO2 Ausstoß verringert. Nach einem Jahr hat die VGF in der StZW insgesamt rund 498.000 Kilo Kohlendioxid jährlich und rund 52.300 € eingespart
Von 2011 nur noch Ökostrom
Über das „ÖKOPROFIT“-Projekt und den Strom, den die Werkstatt unmittelbar verbraucht, hinaus, hat die VGF beschlossen, ihre zurzeit rund 250 U-Bahnen und 103 Straßenbahnen von Januar 2011 an mit Ökostrom zu betreiben. Bis 31. Dezember 2012 wird die VGF jährlich rund 140.000.000 Kilowattstunden (kWh) Bahnstrom erhalten. Es handelt sich um Strom, der von der Mainova AG vertriebenen wird und mit dem „Grüner Strom Label Gold“ ausgezeichnet ist. Dadurch spart die VGF künftig jedes Jahr rund 54.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein. Die Mehrkosten belaufen sich im Jahr 2011 auf 600.600 € und 2012 auf 614.250 €. Ein großer Teil dieser Summe – knapp 350.000 € pro Jahr – wird allerdings für Investitionen in erneuerbare Energien verwendet. Weitere Einzelheiten des Ökostrom-Geschäfts zwischen der VGF und der Mainova enthält die gemeinsame Presse-Information vom 19. März 2010. Die VGF wird auch weiterhin an dem Umweltmanagement-System von „ÖKOPROFIT“ arbeiten, dies aktualisieren und mit dem bestehenden Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001 verknüpfen.
Bei Rückfragen:
Bernd Conrads
Tel.: 069 213 23557
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