18.02.2011

"Vandalismus"-Bilanz 2010

Schmieren, Kratzen, Schlitzen, Ätzen, Eintreten und andere Varianten von Zerstörungswut schaden die VGF im Jahr 2010 um fast 700.000 €.

Sitze wurden auch im Jahr 2010 aufgeschlitzt, Wände – egal ob von Fahrzeugen oder Stationen – weiterhin beschmiert, Scheiben erneut zerkratzt oder gleich ganz eingeschlagen. Die Busse und Bahnen der VGF sowie die Infrastruktureinrichtungen des Unternehmens waren damit im vergangenen Jahr wieder Ziele zahlloser Zerstörungsorgien aller Art, die gerne unter dem unzulänglichen Begriff “Vandalismus” zusammengefaßt werden. Mit dem germanischen Volk der Vandalen haben diese Vorgänge wenig zu tun, eher mit blinder Zerstörungswut, wie sie eine moderne Gesellschaft hervorbringt.

 

Allein am rollenden Material der VGF – U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse – entstand so 2010 ein Schaden von ca. 343.000 (2009: 194.200 €; 2008: 352.802 €; 2007: 365.700 €; 2006: ca. 365.500 €; 2005: ca. 316.000 €; 2004: ca. 400.000 €, 2003: ca. 386.000 €). Zu diesen 242.983 € kommen nochmals 335.640 € (2009: 306.227 €), für Schäden an der Infrastruktur wie Stationen und Haltestellen. Zusammen geht die VGF damit von “Vandalismus”-Schäden in Höhe von rund 680.000 € (2009: 500.000 €; 2008: 670.000 €) aus. 

 

An den rund 220 eingesetzten U-Bahn-Zügen der VGF-Flotte richteten Zerstörer etwa 231.000 € Schaden an (2009: 120.000 €; 2008: 255.984 €; 2007: 254.296 €; 2006: 257.741 €; 2005: 188.671 €; 2004: 282.476 €, 2003: 244.668 €).

 

Seit 2008 setzt die VGF moderne U-Bahnen des Typs „U5“ ein, deren Fahrgasträume mit Videokameras überwacht werden. Die VGF geht deshalb auf Dauer von einem Rückgang der Schäden an U-Bahnen aus, wie das schon an den Straßenbahnen beobachtet worden ist: Seit Einführung der “S”-Wagen im Jahr 2003 – das letzte von 65 Exemplaren wurde am 3. Mai 2007 ausgeliefert – hat sich die Schadenssumme mehr als halbiert, entwickelt sich aber inzwischen uneinheitlich: 33.044 € (2009: 40.000 €; 2008: 24.268 €; 2007: 20.463,59 €; 2006: 47.430 €; 2005: 84.400 €; 2004: 71.815 €, 2003: 76.452 €).

 

Sind es jetzt die Straßenbahnen, die am wenigsten unter der Zerstörungswut bestimmter “Fahrgäste” zu leiden hatten, waren es bis 2005 die Busse. Bei den 180 Fahrzeugen schlugen im Jahr 2010 rund 79.017 € zu Buche (2009: 34.200 €; 2008: 72.550 €; 2007: 90.950 €; 2006: 60.500 €; 2005: 43.000 €; 2004: 44.770 €, 2003: 65.000 €). Immer mehr Busse mit Kameraausstattung sind unterwegs: 2007 hat die VGF 37 videoüberwachte Busse gekauft, 2009 weitere 24 und 2010 nochmals 29. Damit ist rund die Hälfte der Fahrzeugflotte inzwischen so ausgestattet.  

 

Nicht alle Schäden erfaßt

 

Der hohe Schaden bei den U-Bahn-Wagen setzt sich unter anderem aus zerstörten Front- und Seitenscheiben zusammen. Fast 50 eingeworfene beziehungsweise eingetretene Seitenscheiben hat die VGF – neben sieben Frontscheiben – im vergangenen Jahr auswechseln müssen. Der Rest der Schäden ist auf zerstörtes Sitzmobiliar oder Entfernung von Graffiti zurückzuführen.

 

Die zerkratzten Seitenscheiben sind in dieser Aufstellung nicht enthalten, da sie auf Grund der ausufernden Kosten und des hohen Arbeitsaufwands nicht umgehend ausgetauscht werden. Der Ersatz einer Seitenscheibe eines U-Bahn-Zugs des Typs “U4” schlägt mit Lohn- und Materialkosten in Höhe von rund 530 € zu Buche, bei der Scheibe eines “R”-Straßenbahnwagens sind es 610 €. Bei starker Beschädigung oder verbotenen Zeichen tauscht die VGF die Scheiben allerdings sofort nach der Schadensmeldung aus, auch mit Graffiti beschmierte Fahrzeuge gehen am nächsten Morgen nicht ungereinigt wieder auf die Strecke.

 

Höhere Schäden an Infrastruktur

 

Einrichtungen der ortsfesten Infrastruktur – also ober- sowie unterirdische U-Bahn-Stationen, Straßenbahn- und Bushaltestellen, Betriebshöfe oder andere Bauwerke – sind im vergangenen Jahr ebenfalls wieder zu Zielscheiben geworden, vorzugsweise von Graffiti, anderen Schmierereien oder blanker Zerstörungswut. Allein für Graffiti- und Aufkleberentfernung sowie anschließenden Oberflächenschutz ihrer Einrichtungen hat die VGF 2010 rund 181.940 € aufgewendet, wird die Graffiti-Entfernung für das Amt für Straßenbau und Erschließung sowie der Glasbruch an unterirdischen Stationen addiert, belaufen sich diese Kosten auf 273.540 € (2009: 256.327 €; 2008: 253.000 €; 2007: 254.000 €); der Gesamtschaden – also mit weiteren Schäden wie abgerissenen Mülleimern oder demolierten Sitzbänken – summiert sich auf die im ersten Absatz genannten 335.640 € (2009: 306.277 €; 2008: 316.375,15 €; 2007: 306.055 €; 2006: 301.900 €; 2005: 116.000 €, 2004: 177.000 €, 2003: 208.000 €). Graffiti-Entfernung, Oberflächenschutz und Schadensbeseitigung schlug 2010 allein in den unterirdischen U-Bahn-Stationen mit 106.000 € (2009: 107.205 €; 2008: 139.026 €) zu Buche. Der Rückgang seit dem Jahr 2008 dürfte auf die Videoüberwachung in den 27 unterirdischen Stationen zurückzuführen sein.

 

Oberirdisch – also U-Bahn-Stationen, Tram-Haltestellen und Endhaltestellen – lag diese Summe bei 75.940 € (2009: 84.135 €; 2008: 54.242 €). Die allgemeine Entfernung von Aufklebern und so genannten „Tags“ kostete 19.800 €; an Straßenbahn-Haltestellen entstanden darüber hinaus weitere Schäden in Höhe von 21.200 € (2009: 34.567 €; 2008: 33.672 €).

 

Bei Rückfragen:

Bernd Conrads

Tel.: 069 213 23557


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