11.06.2010

Wandgemälde verschönert die Station "Konstablerwache"

Anlaß der "Reise in Raum und Zeit" in der B-Ebene: 2010 jährt sich die Städtepartnerschaft von Frankfurt und Lyon zum 50. Mal.

Wandbilder in U-Bahn-Stationen sind keine neue Erfindung, auch wenn sie in Frankfurt eher selten sind. In der Station „Konstablerwache“ entstand seit Anfang des Jahres unter dem Thema „Reise in Raum und Zeit“ auf 500 Quadratmeter Fläche ein außergewöhnliches Bildkunstwerk. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft von Frankfurt und Lyon. Am 11. Juni wurde das großflächige Kunstwerk in Anwesenheit des Lyoner Oberbürgermeisters Gérard Collomb und Stadtrat Volker Stein enthüllt.

Nach wochenlangen Vorarbeiten in den Ateliers hatten im März vier französische und deutsche Künstler der Firmen Cité Création aus Lyon und CreativeStadt Potsdam begonnen, ein illusionistisches Kunstwerk auf die Stations-Wand aufzutragen. Der Betrachter wird wie durch die Fenster einer fahrenden U-Bahn unter anderem die Frankfurter und die Lyoner Börse entdecken, das Museumsufer-Fest hier und das Lichterfest da. Um die „Zeitreise“ komplett zu machen, scheinen mit Johann Wolfgang von Goethe sowie den Erfindern des Kinos, Auguste und Louis Lumière, die berühmtesten Söhne der zwei Partnerstädte auf den Einstieg in eine Bahn zu warten.

Mehr als ein Wandbild

Umfangreiche Bauarbeiten der VGF in der B-Ebene am südlichen Abgang zu den Linien U4 und U5 boten die Gelegenheit, die Station mit dem großflächigen Wandbild zu verschönern. Die Stein-Verblendung wurde von den Wänden entfernt und die Flächen glatt in hellbeiger Farbe verputzt. Von Fahrgästen zum Teil unbemerkt wurden hinter den Bauzäunen in den vergangenen Wochen Bodenplatten abgeschliffen, die Fläche neu versiegelt sowie moderne Brandschutzdecken eingebaut.

Raum- und Zeitreise

Die jetzt fertig gestellte „Reise in Raum und Zeit“ ist mehr als „nur“ ein Wandbild. Das besondere an der Bildkunst von CreativeStadt ist die Malerei der „Augentäuschung“. Die Grundidee: Ein fiktives Verkehrsmittel darzustellen, welches Lyon und Frankfurt in einem Augenblick verbindet, ein buntes Bewegungsgefühl zu verleihen und malerisch die Ähnlichkeiten in Leben, Kultur und Geschichte der beiden Städte zu vermitteln. Der Betrachter wird im ersten Moment nichts Außergewöhnliches daran finden, wenn er auf einer stark frequentierten U-Bahn-Station einen von Lichttechnikern in Szene gesetzten U-Bahn-Zug vor sich sieht. Erst auf den berühmten zweiten Blick stutzt er womöglich im morgendlichen Berufsverkehr, betrachtet er doch das Innere eines Zuges, obwohl er sich selbst noch auf der über dem Bahnsteig liegenden Verteiler-Ebene der Station befindet. Damit soll sein Interesse geweckt werden, in dem Fall haben die Künstler ihr Ziel erreicht.

Bleibendes Symbol

Das Wandbild in der Konstablerwache soll sich zu einem bleibenden Symbol der engen Beziehungen zwischen Lyon und Frankfurt am Main entwickeln. Die Idee dazu stammt von dem Frankfurter Studenten Wolfgang Schröder, der 2005 unter der Patenschaft des Verkehrsunternehmens Sytral Lyon – das Pendant zur VGF, das im Ballungsraum Lyon den öffentlichen Verkehr betreut – beim Wettbewerb „Jeune Ambassadeur de Lyon“ einen Preis errang.

Fünf Sponsoren-Partner der VGF

Das verbindende Anliegen der Wandkunst zeigt sich auch in der Finanzierung: Die VGF als Bauherrin investiert eine sechsstellige Summe in die Schaffung der baulichen Voraussetzungen. Die Lyoner Sytral und die vier am Main ansässigen Unternehmen Landesbank Hessen Thüringen (HeLaBa), der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ sowie die FES, die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, tragen mit einem Sponsoring in Höhe von insgesamt 100.000 € die Kosten für das eigentliche Bildkunstwerk. Die Sponsoren finden sich symbolisch in lebensecht wirkenden Personen wieder, die die Künstler in den fiktiven U-Bahn-Zug gemalt haben.

Die ausführende CreativeStadt Cité de la Création GmbH wurde im Januar 2007 in Potsdam als gemeinsame Tochtergesellschaft der Lyoner Künstlergruppe Cité Création und des berlin-brandenburgischen Stadtentwicklungsunternehmens BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH gegründet. Das Unternehmen vereint langjährige Erfahrungen der beiden Gründungsunternehmen: Die CitéCréation hat in drei Jahrzehnten mehr als 490 Fassaden gestaltet – von Berlin bis Moskau, von Lyon und Quebec bis Shanghai. Die BSG wirkt seit fast zwei Jahrzehnten als Sanierungsträger für das Land Brandenburg und betreut in Berlin vier Quartiersmanagementgebiete. Zu den bekanntesten Projekten der Firma CreativeStadt gehören das Berliner „Europaviertel“ in Hellersdorf, von dem bisher der erste Bauabschnitt „Deutsche Fassade“ als Modell der nachhaltigen Entwicklung des städtischen Raumes in Großsiedlungen verwirklicht wurde, sowie das Wandbild „Wege des Übergangs – Transition“ im brandenburgischen Teltow. 

 

Bei Rückfragen an die VGF :

Bernd Conrads

Tel.: 069 213 23557

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