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Hitze: Wie die VGF ihren Betrieb zu sichern versucht

Ob Oberleitung, Gleise oder Steuerungsrechner - viele Einrichtungen der VGF können durch die anhaltende Hitze Schaden nehmen. Manchmal kann aber schon ein Eimer Farbe helfen.

Die anhaltende Hitze setzt nicht nur Mensch und Tier zu, sondern auch technischen Einrichtungen der VGF. Zum Beispiel den Oberleitungen, deren Kupferdraht sich dehnt, was die mechanische Spannung lösen kann. Am Montagnachmittag fuhr eine U-Bahn in Heddernheim in eine aus diesem Grund nicht mehr akkurat gespannte Leitung und beschädigte dabei nicht nur dieselbe, sondern auch die eigenen Stromabnehmer. Die folgenden Reparatur-Arbeiten sind aufwendig und können mehrere Stunden in Anspruch nehmen. 

Oberleitung

Der Oberleitungsbau der VGF fährt deshalb seit Wochenbeginn Sonderschichten. Auch Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem technischen Büro wurden rekrutiert, um wieder auf der Strecke zu arbeiten. Drei Turmwagen sind mit ihrer drei Mann Besatzung Tag und Nacht im Einsatz, um die Oberleitung entlang des 65 Kilometer langen U-Bahnnetzes zu kontrollieren und bei Bedarf nach zu justieren. 14 Stellen im Oberleitungsnetz, an denen das nötig ist, hat die VGF kurzfristig lokalisiert, alleine in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erfolgten diese Arbeiten an sechs Punkten, wobei stark befahrene Abschnitte wie die „A-Strecke“ (U1, U2, U3 und U8) Priorität genießen. Im Laufe des Mittwochs werden diese Arbeiten abgeschlossen sein. 

Zusätzlich zu diesen Kontrollen und Arbeiten, hat die VGF vorsichtshalber die Höchstgeschwindigkeit der U- und Straßenbahnzüge auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt. 

Gleise

Nicht nur der Fahrdraht dehnt sich, auch der Stahl der Gleise reagiert auf die anhaltende Hitze, nämlich mit einer „Gleisverdrückung“. Hierbei verschiebt sich der Gleisrost – also Gleis und Schwelle – um wenige Zentimeter. Ein 65 Kilometer langes Gleisnetz kann nicht gleichzeitig und flächendeckend überwacht werden, gemeldet wird das deshalb meist von Fahrerinnen und Fahrern, die die daraus resultierenden Beeinträchtigungen bei der Befahrung der Strecke bemerken. Unmittelbarer „Feind“ des Gleises ist hier der Schotter um Gleisbett. Der Basalt speichert in Folge der andauernden Sonneneinstrahlung die Wärme, was dazu führt, daß die VGF nachmittags Temperaturen von 55 bis 60 Grad im Gleis misst. Abhilfe in Form von Abkühlung schafft dann die Bewässerung der belasteten Gleisstelle durch ein Spezialfahrzeug, das die VGF am späten Nachmittag, wenn die Temperaturen am höchsten sind, einsetzt. 

Der Gleisbau kennt natürlich die Stellen im Netz, die potentiell von einer Gleisverdrückung betroffen sein können und kontrolliert hier bevorzugt. Eine dieser Stellen ist die Kurve vor der Station „Weißer Stein“, aber diese ist zurzeit unauffällig. Anders als in Nähe der Station „Fischstein“, wo das Gleis gewässert werden muß.  

Stellwerke

Auch andere betriebstechnische Einrichtungen sind von der Hitze betroffen, zum Beispiel die Stellwerke entlang der Strecken. Untergebracht sind sie in unauffälligen, schmucklosen Gebäuden, etwa von der Größe einer kleinen Garage. 26 Grad Raumtemperatur sind für die Server in diesen Stellwerken ideal. Die Geräte steigen bei Temperaturen oberhalb nicht automatisch aus, Ausfälle von Stellwerken wegen zu hoher Hitze gab es daher noch nicht. Trotzdem muß die VGF gewährleisten, daß das auch weiterhin nicht geschieht. Um die ideale Arbeitstemperatur auch bei anhaltender Hitze zu sichern, müssen einige Stellwerke mit Klimaanlagen nachgerüstet werden. Dieses Projekt läuft nicht erst seit diesem Sommer, sondern wurde schon früher aufgesetzt. Kurzfristig, Ende Juni, wurde ein Stellwerk an der Hauptwache nachgerüstet, eine weitere Nachrüstung steht für das Stellwerk in Bad Homburg Gonzenheim auf dem Programm.  

Weichen-Steuerschränke

Straßenbahnweichen werden ebenfalls mit Rechnern gesteuert. Sie sind in kleinen Schränken untergebracht, die sich an mehreren Stellen im Stadtgebiet finden. Das Problem: sie sind mitunter in edlem Dunkelgrau gestrichen und heizen so ordentlich auf. 60 Grad vertragen die Rechner im Inneren, an einzelnen Baugruppen hat die VGF aber mitunter 62 bis 63 Grad gemessen – trotz der vorhandenen Lüftung der Schränke. Daher werden sechs dieser Schränke entlang von Stresemannallee und Mörfelder Landstraße im Lauf des morgigen Tages weiß gestrichen. 

Gänzlich verhindern lassen sich Einflüsse des Wetters auf den Betrieb von U- und Straßenbahnen nicht – weder im Sommer, noch im Winter. Schon gar nicht, wenn es sich um extreme Wetterlagen handelt. Die eine oder andere Schwachstelle – etwa die für das Stadtbild schicke dunkle Farbe der Steuerschränke – hat sich auch erst im Zuge der anhaltenden Hitze gezeigt. Eine Gleisverdrückung ist z.B. eher selten, die normale Temperatur-Spanne, die Gleisanlagen folgenlos aushalten, liegt zwischen –10 und 30 Grad. Die Temperaturen der vergangenen Wochen lagen aber durchgängig oberhalb der 30 Grad. Auch der Verlust der mechanischen Spannung der Oberleitung ist nicht Folge eines einzigen heißen Tages, sondern der kontinuierlichen Hitze.

 

Pressekontakt: 
Bernd Conrads
VGF-Unternehmenskommunikation
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