22. März mit 1. April verwechselt

Keine Fahrten ohne Ticket oder Kontrollen bei der VGF.

 

Die Sache klingt verführerisch: freie Fahrt für freie Bürger in Verkehrsmitteln der VGF. Leider haben die Urheber der grünen Handzettel – die VGF-Farbe haben sie nicht getroffen –, die heute morgen flächendeckend unters Pendler-Volk gebracht wurden, den 22. März mit dem 1. April verwechselt: Die Aktion „Alle fahren mit – bald ohne Fahrschein und Kontrollen“, so daß Motto der aufwendigen und teuren Flugblatt-Verteilung, wird es nicht geben.

Ärgerlicher als ein Farben-Fehlton und ein illegal verwendetes Firmen-Logo ist es für die VGF, für etwas imageschädigend verantwortlich gemacht zu werden, auf das sie keinen Einfluß hat: Fahrpreise in Frankfurt und Rhein-Main sowie ihre Erhöhung sind ausschließlich Sache des RMV. Verkehrsunternehmen wie die VGF haben hier keine Mitsprache, keinen Einfluß und werden daran auch nicht beteiligt. 

Es spricht gegen die Verfasser der Broschüren, wenn sie diesen Zusammen-hang nicht kennen und sich nicht an die richtigen Adressaten wenden - den RMV oder seine Gesellschafter.

Angeblich sollen u.a. „Sponsoren aus dem Bankensektor“ – ausgerechnet! – die Aktion finanzieren, Federführung habe die Oberbürgermeisterin Petra Roth. In einem kruden Mix wird dann alles verwurstet: die finanzielle Lage von Hartz IV-Empfängern ebenso wie die Schadstoff-Belastung der Luft durch den Autoverkehr, die jüngste ADAC-Studie zum öffentlichen Verkehr in europäischen Metropolen ebenso wie „Umstrukturierungsmaßnahmen, wie das Wegfallen von Kontrollen und der Wartung von Fahrscheinautomaten“. Daß die VGF die Ticketcenter schließen könnte, haben die Autoren vergessen.

 

„Guerilla-Marketing“ hat ein Fahrgast das zu Recht genannt. Eigen ist solchen Aktionen, daß sie zur Belustigung beitragen – aber den Empfänger in erster Linie hochnehmen und vorführen. Wie das mit gelungenen Aprilscherzen nun mal so ist.