Autonomer Bus: VGF und Continental richten Testbetrieb ein

Continental, EasyMile und VGF wollen Anforderungen an fahrerlose Fahrzeuge realitätsnah ermitteln - Fahrerlose Shuttle-Service auf dem Campus der Frankfurt UAS fährt Gebäude an und ersetzt Laufwege.

Die Zukunft entwickeln, erforschen und erleben. Daran arbeiten das Technologieunternehmen Continental, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) und die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Um die Zukunft schon jetzt erlebbar zu machen, starten die Partner heute einen dreitägigen, autonomen Testbetrieb auf dem Frankfurter Hochschul-Gelände. Mit dem fahrerlosen CUbE (Continental Urban Mobility Experience) von Continental können die Studierenden, begleitet von einem ausgebildeten Testingenieur, bequem über den Campus fahren, ohne den Weg zwischen den Gebäuden zu Fuß zurücklegen zu müssen. Ziel des Testbetriebs ist es, praktische Erfahrung zu sammeln im Betrieb fahrerloser Fahrzeuge im Austausch zwischen Continental als Technologieentwickler, EasyMile als intelligentem Mobilitätslösungsintegrator und der VGF als möglichem, künftigem Betreiber solcher Mobilitätssysteme. Dabei werden Anforderungen an die fahrerlose Mobilität und die zugehörigen Nutzungsmodelle gemeinsam und realitätsnah untersucht. Der Campus der Frankfurt UAS bietet dafür passende Bedingungen. Das Besondere hierbei ist, dass die Studierenden, Mitarbeitenden und Gäste der Frankfurt UAS den CUbE als Shuttle in der Testphase beliebig oft nutzen können. Anschließend werden die Fahrgäste gebeten, an einer kurzen Befragung zur Fahrt teilzunehmen.

Durch diese Partnerschaft und den gemeinsamen Testbetrieb werden Entwicklungsmöglichkeiten für vollautonomes Fahren im Stadtgebiet erforscht. „Mit diesem Testbetrieb machen wir zukünftige Mobilitätskonzepte erlebbar und sammeln zugleich wichtige Erfahrungswerte“, sagte Dr. Andree Hohm, Leiter des Projekts Self-Driving Car bei Continental. „Wir nutzen unsere konzernweite Kompetenz für Automatisierung und Mobilitätskonzepte, um Lösungen für den Großstadtverkehr von morgen zu entwickeln und insbesondere die Lebensqualität in den Städten zu verbessern“.

Die sich verändernde Mobilität in Städten ist auch für die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main ein wichtiges Thema. Zum Testbetrieb sagte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer: „Teile der hier verwendeten Technologie, wie beispielsweise die Sensorik, sind Grundbestandteile für das bei der VGF für unsere Straßenbahnen entwickelte Fahrer-Assistenzsystem (FAS), mit dem Unfälle reduziert oder verhindert werden. Wir wollen diese Technologie auf weiteren Gebieten anwenden und haben hier die Möglichkeit, sie in einem Demonstrationsbetrieb zu erproben. Wichtig“, so Rüffer weiter, „ist in diesem Zusammenhang die Integration der autonomen Fahrzeuge in unsere Betriebsleitstelle und damit die Verknüpfung mit anderen von uns betriebenen Systemen.“ Den Trend der fahrerlosen und elektrischen Mobilität sieht auch die Frankfurt UAS und erforscht diesen in ihrer Fachgruppe ‚Neue Mobilität‘. Das Forschungsfeld Autonomes Fahren der Fachgruppe knüpft an die Forschungsschwerpunkte der Frankfurt UAS – Demografischer Wandel, Erneuerbare Energien, Mobilität und Logistik – an: „Jetzt muss die Integration von autonomen Mobilitätslösungen in die bestehende Infrastruktur untersucht werden, damit autonomes Fahren die Option bieten kann, fester Bestandteil der Alltagsmobilität zu werden“, so Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS.

Die Mobilität der Zukunft in den Städten ist autonom

Die wachsende Urbanisierung ist einer der Gründe, warum sich die Mobilität derzeit von Grund auf wandelt. Die sogenannten Robo-Taxis werden als Teil der modernen Mobilität helfen, Staus, Unfälle, Luftverschmutzung und Parkplatznot in Städten zu reduzieren. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger könnte bis zum Jahr 2030 etwa ein Viertel der Transportleistung auf fahrerlose Fahrzeuge entfallen.

Für Großstädte, die zunehmend an der heutigen Form des Individualverkehrs ersticken, bieten Robo-Taxis eine effektive und effiziente Perspektive, den Herausforderungen städtischer Mobilität zu begegnen. Denn beispielsweise können fahrerlose Fahrzeuge möglichst permanent betrieben werden, während unzählige Privat-Pkw im Schnitt oft 23 Stunden am Tag auf einem Parkplatz stehen. Der wertvolle Platz, den diese Pkw heute belegen, könnte künftig beispielsweise für Parks und Spielplätze genutzt werden. Aber auch auf abgeschlossenem Gelände wie einem Campus, Freizeitpark oder Einkaufscenter können autonome Robo-Taxis wie der CUbE Laufwege verkürzen und Menschen befördern.

Um die weltweite Kompetenz von Continental beim Thema fahrerlose Fahrzeuge weiter auszubauen, werden in den Ländern USA und Japan lokale Entwicklungen für solche Mobilitätssysteme aufgebaut. Somit werden auch dort weitere Fahrzeuge des Continental CUbE künftig unterwegs sein. Continental beschäftigt sich intensiv mit der Mobilität der Zukunft, um langfristig die Vision Zero, die Vision vom unfallfreien Fahren, zu erreichen. Um die Entwicklung der fahrerlosen Mobilität weiter voranzutreiben, hat Continental im Jahr 2017 eine Minderheitsbeteiligung an dem französischen Unternehmen EasyMile SAS erworben, das ein führender Hersteller von fahrerlosen Technologien und intelligenten Mobilitätslösungen ist.

Continental entwickelt wegweisende Technologien und Dienste für die nachhaltige und vernetzte Mobilität der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Continental erzielte 2017 einen vorläufigen Umsatz von 44 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell mehr als 235.000 Mitarbeiter in 61 Ländern.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) ist der städtische Verkehrsdienstleister in Frankfurt. Sie betreibt neun U-Bahn- und zehn Straßenbahn-Linien, auf denen sie 2016 in mehr als 300 Schienenfahrzeugen rund 186 Millionen Fahrgäste beförderte. Zu den Aufgabenbereichen der rund 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören neben Fahrdienst und Werkstätten unter anderem: Ausbau, Modernisierung und Erhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur, Kundendienst und Vertrieb, Sicherheit und Service. 2015 hat die VGF als erstes Verkehrsunternehmen weltweit im Linienbetrieb von Straßenbahnen ein Fahrer-Assistenzsystem eingeführt, mit dem Unfälle verhindert oder nachhaltig reduziert werden konnten.

EasyMile ist ein Pionierunternehmen für fahrerlose Technologie und intelligente Mobilitätslösungen. Das schnell wachsende Unternehmen entwickelt Software zur Automatisierung von Transportplattformen ohne spezifische Infrastruktur. Die Spitzentechnologie von EasyMile revolutioniert den Personen- und Güterverkehr und bietet völlig neue Möglichkeiten der Mobilität. Es hat bereits über 170 fahrerlose Projekte mit fast 300.000 transportierten Personen über 200.000 km realisiert.  Zu den Kunden zählen die weltweit größten Verkehrsbetriebe, Stadtverwaltungen, Flughäfen, Unternehmen, Gewerbeparks und Universitäten. EasyMile wurde 2014 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Toulouse (Frankreich) sowie regionale Niederlassungen in Denver (USA), Berlin (Deutschland), Melbourne (Australien) und Singapur. Das Unternehmen beschäftigt über 120 hochqualifizierte und leidenschaftlich engagierte Mitarbeiter, die sich auf Robotik, Computer Vision und Fahrzeugdynamik spezialisiert haben. Neben den beiden Gründern, CEO Gilbert Gagnaire & Vorstandsmitglied Philippe Ligier, profitiert EasyMile von der Unterstützung der Minderheitsaktionäre und strategischen Partner Alstom und Continental.

Angewandte Wissenschaft, hohe Internationalität und gelebte Vielfalt zeichnen die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) aus. Fragestellungen aus der Praxis erhalten wissenschaftlich fundierte Antworten, und diese Forschungsergebnisse finden einen direkten Weg in die Gesellschaft. Durch Partnerschaften mit weltweit rund 200 Hochschulen ist die Frankfurt UAS in einer globalen Bildungswelt international gut vernetzt.

 

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