Brandschutz in der Frankfurter U-Bahn

VGF investiert bis 2028 mehr als 88 Millionen €.

Im Frankfurter U-Bahn-Netz gibt es 27 unterirdische Stationen, die ältesten werden im kommenden Jahr 50 Jahre alt. Aber egal aus welcher Zeit diese unterirdischen Betriebsanlagen stammen: Die VGF muß den Brandschutz gewährleisten und sie tut dies durch umfangreiche Arbeiten und mit hohen Investitionen. 

Zeitplan und Investitionen

Gemeinsam mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) und der Branddirektion hat die VGF einen Terminplan zur Umsetzung der notwendigen Brandschutz-Arbeiten erstellt. Er sieht eine Ertüchtigung aller Einrichtungen bis Ende 2028 vor. Dazu sagt Stadtrat Klaus Oesterling: „Ein U-Bahn-System wie in Frankfurt wird laufend modernisiert. Auch wenn die 27 unterirdischen Stationen immer betriebssicher sind, gibt es zu der umfassenden Investition in moderne Brandschutz-Einrichtungen, die sich ja ständig weiter entwickeln, keine Alternative. Die Gesamtkosten für die Arbeiten sind bis Ende 2028 mit 88,6 Mio. € veranschlagt.“

Diese Zahl beruht auf einer Schätzung, die die VGF aus heutiger Sicht bzw. auf der Basis aktuell gültiger Normen und Richtlinien sowie der zurzeit bekannten Preissteigerungen ermittelt hat, erläuterte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. Und er fügte hinzu: „Unser U-Bahn-System wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt, zumindest das erste Teilstück, die ‚A-Strecke‘ mit den Linien U1, U2, U3 und U8. Die Tunnel und Stationen wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich nachgerüstet und modernisiert, um auf dem neuesten Sicherheits-Standard zu sein. Diese Arbeiten fangen immer wieder von vorne an, weil sich Standards und Erkenntnisse zum Brandschutz verändern“, sagte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. 

Grundlage der Arbeiten sind entsprechende Gesetze, Verordnungen und Richtlinien – beispielsweise die BOStrab (Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen) und die zugehörigen Technischen Regeln oder die GVT (Grundsätzliche Vereinbarungen für Statik und Konstruktion in Tunnelbauwerken- Teil 4: Brandschutztechnische Anforderungen an unterirdische Personenverkehrsanlagen).  

Umfassende Arbeiten

In öffentlichen und nicht für Fahrgäste zugänglichen Bereichen der Stationen betreffen diese Arbeiten: 

- eine brandschutztechnische Bewertung durch Sachverständige: u.a. Risiko-Bewertungen, Konzepte, Simulationen und Brandversuche
- Detektion: u.a. Rauch- und Feuermelder, Thermokabel
- Rauchschutz: feste und / oder mobile Rauchschürzen, Rauchschutz-Verglasungen, Türanlagen
- Alarmierung: u.a. Brandmeldeanlagen, Signalleuchten etc.
- Fluchtwege: Leitmarkierungen, Brandfallsteuerung von Aufzügen und Fahrtreppen
- Brandschutztüren
- Brandschottungen: Unterteilung einer Station in verschiedene Brandabschnitte
- Technische Gebäudeausstattung: Elektro, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Sprinkler, MSR-Technik (Messen Steuern Regeln). 

Arbeiten seit 2005

Die Arbeiten am Brandschutz der Stationen begannen 2005 in der Station „Hauptwache“. Sie finden im laufenden Fahrgast-Betrieb statt, so daß hier noch die Erneuerung der oben beschriebenen technischen Gebäudeausstattung auf dem Plan steht, denn die alten Anlagen müssen teilweise komplett ausgetauscht werden.  

So gut wie abgeschlossen sind diese Tätigkeiten in den öffentlichen Bereichen sowie in den Technikbereichen der Stationen „Ostbahnhof“, „Holzhausenstraße“, „Grüneburgweg“, „Alte Oper“, „Kirchplatz“, „Festhalle / Messe“, „Nordwestzentrum“ sowie der D-Ebene der Station „Bockenheimer Warte“. In folgenden Stationen hat die VGF in den öffentlichen Bereichen sogenannte „Vorabmaßnahmen“ fast abgeschlossen: „Südbahnhof“, „Bockenheimer Warte“ (C-Ebene), „Westend“, „Schweizer Platz“, „Merianplatz“, „Höhenstraße“, „Bornheim Mitte“, „Eschenheimer Tor“ und „Zoo“.  

Diese „Vorabmaßnahmen“ umfassen: 

- Brandmeldeanlagen im öffentlichen Bereich mit Aufschaltung auf die Feuerwehr
- elektroakustische Alarmierung
- Lautsprecher
- Türabtrennungen oder Rauchschotts
- Sicherheitsbeleuchtung
- Fluchtwege-Beschilderung
- Evakuierungsfahrt der Aufzüge
- Änderung der Steuerung der Fahrtreppen mit Stop der abwärtsfahrenden Treppen im Brandfall
- Tausch von Brandschutztüren
- baulicher Brandschutz (Brandschotts bei Kabeln, Lüftungsleitungen und sonstigen Leitungen). 

In 14 Stationen laufen zurzeit Arbeiten für die Vorabmaßnahmen oder schon für die abschließende Brandschutz-Gesamtmaßnahmen: „Hauptwache“, „Konstablerwache“, „Bockenheimer Warte“ (C-Ebene und Technikbereiche), „Hauptbahnhof“, „Südbahnhof“, „Schweizer Platz“, „Willy-Brandt-Platz“, „Leipziger Straße“, „Dom / Römer“, „Miquel- / Adickesallee“, „Seckbacher Landstraße“, „Parlamentsplatz“, „Eissporthalle“, „Habsburgerallee“. 

Brandschutzkonzepte

Grundlage der genannten Aktivitäten sind stationsspezifische Brandschutzkonzepte, denn jede Anlage ist individuell und bedarf eines speziell zugeschnittenen Konzepts. Diese Unterlagen hat die VGF gemäß der Technischen Regeln für Straßenbahnen / Brandschutz in unterirdischen Betriebsanlagen (TRStrab BS) unter Berücksichtigung der gültigen Vorgaben aufgestellt und wird sie fortschreiben. Diese Konzepte gelten nicht nur für im Bau befindliche und bestehende unterirdische Betriebsanlagen, sondern auch bei Änderungen baulicher, fahrzeugspezifischer, betrieblicher und organisatorischer Art, die den Brandschutz betreffen. 

Neben den Brandschutzkonzepten wurden mit dem Verkehrsdezernat, der TAB, der Branddirektion Frankfurt am Main und der DB Station & Service AG notwendige Arbeiten zum Brandschutz in bestehenden unterirdischen Verkehrsanlagen abgestimmt; die Federführung lag auch hier bei der VGF.    

Hintergrund: Die Frankfurter U-Bahn

Frankfurt hat vor 50 Jahren als dritte Stadt in Deutschland – als 35. in der Welt – eine U-Bahn in Betrieb genommen. Die „A-Strecke“ wurde am 4. Oktober 1968 mit dem Abschnitt Hauptwache <-> Nordweststadt eröffnet, heute wird sie von den Linien U1, U2, U3 und U8 befahren. Es folgte die „B-Strecke“ mit den Abschnitten Scheffeleck <-> Theaterplatz am 26. Mai 1974 sowie Theaterplatz <-> Hauptbahnhof am 28. Mai 1978. Befahren wird sie heute von den Linien U4 und U5. Die dritte Grundstrecke ist die „C-Strecke“ mit U6 und U7, deren Tunnelabschnitt Zoo <-> Industriehof am 11. Oktober 1986 eröffnet wurde. Zoo <-> Eissporthalle folgte am 31. Mai 1992. Es gibt, kaum bekannt, sogar schon eine „D-Strecke“: Der Abschnitt D I (Hauptbahnhof <-> Bockenheimer Warte) wurde im Februar 2001 in Betrieb genommen, auf den Abschnitten D III (Wiesenau <-> Ginnheim) und D IV (Riedberg) fährt seit Dezember 2010 die Linie U9. 

Das Frankfurter U-Bahn-Netz umfaßt rund 65 km Betriebsstrecke, davon 27 km im Tunnel. Entlang dieser unterirdischen Abschnitte liegen auf den drei Grundstrecken „A“, „B“ und „C“ 27 Stationen, die ältesten auf der „A-Strecke“ u.a. mit der Station „Hauptwache“, die jüngste ist die im Februar 2001 eröffnete U4-Station „Festhalle / Messe“. 2022 wird mit der Verlängerung der U5 ins Europaviertel auch der unterirdische Teil der U-Bahn wachsen: um rund 1,4 km Tunnelstrecke und um eine Station („Güterplatz“). 

 

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