Grunderneuerung der "R"-Wagen: VGF verbessert Innenausstattung - Klimaanlagen für die "U4"-U-Bahnen

Anpassung der Innausstattung von 38 "R"-Wagen an den Typ "S". Mehr Klappfenster für bessere Belüftung, aber aus konstruktiev Gründen keine Nachrüstung mit Klimaanlagen. Ein entsprechendes Vorhaben bei den U-Bahnen des Typs "U4" läuft.

Die VGF wird die Innenausstattung der Straßenbahn-Wagen des Typs "R" verbessern und dem bewährten "S"-Wagen angepassen. Das erste überholte Fahrzeug ist schon wieder im Einsatz. Wie die Bahnen der jüngeren "S"-Baureihe werden alle "R"-Wagen nacheinander mit gelben - und besser sichtbaren - Haltestangen ausgestattet, die in Türnähe geriffelt sind, um auch sehbehinderten Fahrgästen Bewegung und Orientierung in der Bahn zu erleichtern. Neu werden in die "R"-Wagen zusätzliche Haltestangen unter der Decke eingezogen, an denen Halteschlaufen befestigt sind. Auch dies entspricht den "S"-Wagen. Von außen werden die Bahnen, analog zu den etwa auf den Linien 30 und 36 eingesetzten Bussen der VGF, nicht nur an gelben und auf die Türen hinweisenden Pfeilen erkennbar sein, sondern auch an einem breiten gelben Streifen über einer der Türen: Dies sind die Eingänge, je Seite einer, in deren Nähe sich die Rollstuhlfahrerplätze befinden. Die Ein- und Umbauten erfolgen im Rahmen der turnusgemäßen und alle zehn Jahre vorgesehenen Grundüberholung der Fahrzeuge, einer Art "Tram-TüV". Sie beinhaltet auch den Austausch aller Fenster und damit die Beseitigung allfälliger Vandalismusschäden, die durch so genanntes Scratching verursacht werden. In diesem Zusammenhang baut die VGF auch Vorrichtungen ein, um künftige Kratz- und Schmierschäden zu verringern oder sogar ganz zu verhindern. Weitere Arbeiten, die die Stadtbahn-Zentralwerkstatt (StZW) der VGF neben dem "Face-Lifting" der Innenausstattung an den insgesamt 38 "R"-Wagen ausführt, sind ebenfalls Routine. Dazu zählen unter anderem - wenn nötig - Blecharbeiten am Wagenkasten, Beseitigung von Rost, Rißuntersuchung, Prüfung und gegebenenfalls Austausch verbrauchter elektrischer Bauteile wie Kondensatoren, überarbeitung des Antriebsstranges, Instandsetzung der Drehgestelle, Einzug neuer Fußböden sowie der Einbau einer komplett neuen Bremsanlage. Rund 200.000 € und etwa 20 Wochen Arbeitszeit investiert die Zentralwerkstatt der VGF pro Fahrzeug in diese Grundüberholung. Der erste so rundumerneuerte "R"-Wagen, die Bahn mit der Nummer 011, fährt seit einigen Tagen wieder im Linieneinsatz. Mit den Wagen Nr. 013 und Nr. 019 stehen zur Zeit zwei weitere Bahnen zur Grundüberholung in der Praunheimer StZW, wovon letztere bis Weihnachten dieses Jahr wieder in Betrieb gehen soll. Klimaanlagen: Nachrüstung wo möglichDie VGF hat auch den nachträglichen Einbau von Klimaanlagen in die älteren Straßenbahn-Fahrzeuge der Baureihen "R" und "P" geprüft, konnte diese Verbesserung aber aus unterschiedlichen nicht verwirklichen: Wie schon berichtet - siehe hierzu im Pressearchiv der VGF-Internetseite www.vgf-ffm.de die Presse-Information N-114 vom 25. Juli 2006 - müßten die rund 130 Kilogramm schweren Aggregate der Klimaanlagen auf die Fahrzeugdächer montiert werden; die Konstruktion der "R"-Wagen ist für dieses Gewicht aber nicht ausgelegt. Außerdem, so erläutert VGF-Geschäftsführer Michael Budig das Problem, benötigen Klimaanlagen zusätzlichen Strom. Die Umformer der "R"-Wagen sind aber schon jetzt voll ausgelastet, weswegen ein kompletter Umbau der Fahrzeug-Elektrik notwendig wäre. Um gerade im Sommer die Belüftung trotzdem zu verbessern, baut die VGF zu den bestehenden vier Klappfenstern pro Seite zwei weitere ein. Eine Nachrüstung der 1972 / 1973 gekauften und zur Zeit noch gefahrenen "P"-Wagen kommt nicht in Frage, da sie mit Auslieferung der letzten "S"-Wagen Ende 2006 / Anfang 2007 zur Ausmusterung anstehen. Im Gegensatz dazu wird die VGF die 39 zwischen 1994 und 1995 angeschafften U-Bahn-Wagen des Typs "U4" sehr wohl mit Klimaanlagen nachrüsten, da dies bei dieser Baureihe möglich ist. Entsprechende Planungen, das Heizungs- und Lüftungssystem der Bahnen zu erneuern, laufen. Die rund zehn Jahre alten Fahrzeuge sind mit den vom ersten Halbjahr 2008 an auszuliefernden neuen U-Bahnen des Typs "U5" koppelbar und sollen dann ebenfalls über Klimaanlagen verfügen. Bei Rückfragen:
Bernd Conrads
Tel.: 069 213 23557