Neuer VGF-Service: Bistro-Wagen in U-Bahn-Zügen

Testbetrieb in der zweiten Jahreshälfte auf den Linien U2 und U3.

Eine Tasse Kaffee morgens auf dem Weg zur Arbeit oder ein Bierchen auf dem Heimweg? Die VGF wird in der zweiten Jahreshälfte 2018 ihren Service ausweiten und solche Wünsche auf ihren beiden langen U-Bahnstrecken erfüllen. Auf den Linien U2 (Südbahnhof – Bad Homburg) und U3 (Südbahnhof – Oberursel) sollen nach den Sommerferien morgens von 5 bis 9 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr Bistro-Wagen zum Einsatz kommen. Umgebaut werden zunächst insgesamt 20 Wagen der langen Variante des modernen Typs „U5“. 

Der Umbau wird in den Sommerferien in den Wagen 801 und 802 beginnen. Hierbei handelt es sich um zusammen gekuppelte, 50 Meter lange und auf voller Länge begehbare Bahnen des Typs „U5-50“. Zur künftigen Ausstattung der Fahrzeuge gehört eine rund einen Quadratmeter große Einbauküche, die in einem der Mehrzweckabteile am verbindenden Gelenk Platz findet. In den angrenzenden Sitzreihen montiert die VGF klappbare Bistrotische, die außerhalb der Küchenzeit hochgeklappt werden können. Durch die geringe Grundfläche der Einbauküchen wird es in den Fahrzeugen zu keinerlei Reduzierung des Platzangebots kommen. 

Versorgung auf der Strecke

Neben der einmaligen Investition in die Einbauküchen in Höhe von 10.000 € pro Fahrzeug, fließen Wartung und Reparatur sowie die tägliche Reinigung der auf dem Dach montierten Wassertanks in die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein. Das Angebot wird sich auf Kaffee-Spezialitäten, Wasser, Apfelsaft und Apfelwein, belegte Brötchen, Frankfurter und Bier beschränken. Um in den Bahnen nicht zu viel Platz mit Lagerung zu beanspruchen, werden die Bahnen an der Station „Heddernheim“ beladen und Abfall aus ihnen entsorgt. Vorbild ist die Organisation der DB, die an den großen Bahnhöfen die Bistros ihrer ICE während der kurzen Halte aufstockt. Auch bei der VGF soll diese Versorgung „auf der Strecke“ der Züge keinen Einfluß auf den Fahrplan haben. 

Die überschaubare Auswahl an Speisen und Getränken kann nur einen Teil der Unterhaltskosten decken, denn in Absprache mit dem Verkehrsdezernat kalkuliert die VGF mit „sozialverträglichen“ Preisen. Geplant ist zunächst Selbstbedienung an der zu der Einbauküche gehörenden Theke, zu Schwachlastzeiten ist auch der Service am Tisch möglich. 

Vorbild Düsseldorf 

Schon in den 70er Jahren hatte die Düsseldorfer Rheinbahn Bistrowagen auf den Strecken nach Krefeld und Duisburg im Einsatz, das endgültige „Aus“ kam 2016, nachdem das Unternehmen keinen neuen Pächter finden konnte. Seitdem gibt es im deutschen Nahverkehr kein vergleichbares Angebot. Die VGF wird den Betrieb der Gastronomie daher von vorneherein selbst übernehmen, Mitarbeiter des Fahrgastbegleitservices werden den Küchendienst probeweise bis Ende des Jahres ausüben. Neben dieser günstigen Personallösung tragen Kooperationen mit der Frankfurter Traditions-Kaffeerösterei Wacker und der Binding-Brauerei zur Re-Finanzierung bei, die entsprechenden Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluß. Mit der Familienkelterei Possmann verbindet die VGF schon eine Partnerschaft beim traditionsreichen Ebbel-Ex. 

Der günstige Preis der Einbauküchen ist das Ergebnis einer Kooperation mit dem Fahrzeug-Hersteller Bombardier Transportation (BT). Für BT ist das neue VGF-Angebot ein Testlauf, der darüber Auskunft geben soll, ob entsprechende Angebote in anderen Bahnen serienmäßig eingebaut und angeboten werden können. 

Bis Ende des Jahres wird die VGF den Erfolg des neuen Services beobachten. Eine Fahrgast-Befragung über Facebook soll außerdem zeigen, wie der Service bei den Kunden ankommt. Danach wird die VGF über den Umbau weiterer Bahnen und die mögliche Ausweitung des Angebots entscheiden.  

Einziger Wermuts-Tropfen: Das Feierabend-Bier wird zunächst alkoholfrei sein. Zwar gibt es in den Beförderungsbestimmungen des RMV kein Alkoholverbot, doch will die VGF mit dem Verkauf alkoholischer Getränke – Apfelwein gehört in Frankfurt bekanntlich nicht dazu – keinen Konsum in den Bahnen fördern.  

 

Pressekontakt:
Bernd Conrads
VGF-Unternehmenskommunikation
069 213 27495
E-Mail: presse(at)vgf-ffm.de