Pilotprojekt

Frankfurts erste Logistiktram geht auf die Schiene

Der klimafreundliche Transport von Waren ist in einer Großstadt wie Frankfurt ein wichtiges und zukunftsweisendes Thema. Wie ein solcher Transport unter Einbeziehung der Straßenbahn möglich sein kann, wurde am heutigen Montag, 17. September 2018, demonstriert.

Hierzu begrüßte VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling sowie Ansgar Roese von der Frankfurter Wirtschaftsförderung im VGF-Betriebshof Gutleut.

Für eine CO2-arme Citylogistik 

Partnerschaftlich haben die Stadt Frankfurt, die House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH, die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), die IHK Frankfurt am Main, das Klima-Bündnis und die VGF im Laufe des Sommers 2018 das Konzept für den Piloten entwickelt. Teil des Pilotprojekts sind Mikrodepots und Logistikboxen-Trailer (Fahrradanhänger), mittels derer die Weiterverteilung der Pakete nach dem Abladen aus der Tram erfolgt. Die Idee für Letzteres stammt von Klaus Grund und Herbert Riemann. Die beiden erhielten hierfür im  November 2017 eine Fördersumme des Energiereferats der Stadt Frankfurt im Rahmen des „Ideenwettbewerb Klimaschutz“*. Als Versanddienstleister ist die Hermes Germany GmbH Teil des Pilotprojekts. Nach weiteren Abstimmungen zwischen den Partnern ist ein größerer Probetrieb im Herbst 2018 vorgesehen.

„Ideen wie diese braucht unsere Stadt für eine bessere Luft und den Klimaschutz.  Ich bin begeistert, wie alle Partner für eine umweltfreundlichere Logistik an einem Strang ziehen.“, freut sich Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

„Wenn wir auf diese Weise dazu beitragen können, Frankfurts Straßen zu entlasten, haben wir gemeinsam einen wichtigen Schritt hin zu einer verbesserten Verkehrssituation in der Stadt getan“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling.

In der Pilotphase werden die Bahnen in verkehrsarmen Zeiten die angelieferten Pakete als Sonderfahrten befördern; Fahrgäste werden mit den Gütertrams nicht befördert. Umbauen musste die VGF die eingesetzten Bahnen für dieses Projekt nicht. Für die Sicherung der Mikrodepots in den Trams wurden jedoch geeignete Vorkehrungen getroffen. „Mobilität in all ihren Ausprägungen ist ein Zukunftsthema. Deshalb ist es uns als VGF wichtig, gemeinsam mit unseren Partnern innovative Projekte wie dieses voranzutreiben“, erläutert Michael Rüffer den Einsatz der VGF.

„Mit der Kombination aus Gütertram auf dem Schienennetz der Stadt zur Bündelung und E-Fahrrädern für die Feinverteilung der Waren und Pakete lässt sich eine nahezu emissionsfreie Citylogistik realisieren“, erläutert Ansgar Roese. Durch die Aufteilung der Transportstrecken in kurze Abschnitte, die mit den Fahrrädern zurückgelegt werden und lange Abschnitte auf denen die Logistiktram genutzt wird, ergibt sich ein erheblicher Zeitgewinn und eine höhere Arbeitsproduktivität, also ökonomischer Nutzen. Im Vergleich zum Transport mit dem Kraftfahrzeug ist das Fahrrad auf kurzen Strecken in der Stadt genauso überlegen wie die Tram auf langen Strecken. In der Summe ergibt sich ein klares Plus für die Kombination aus beiden.

Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen werden wichtige Bausteine für die Umsetzung des Gesamtprojektes klimafreundliche Innenstadtlogistik  sein.

 

* Beim „Ideenwettbewerb Klimaschutz“ – einer Maßnahme des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ – sucht das Energiereferat jedes Jahr gute Geschäftsideen und technische Neuheiten von Unternehmen und Start-ups. Alle eingereichten Ideen müssen nachweislich dazu beitragen, CO2 in Frankfurt am Main einzusparen und somit die Stadt dabei unterstützen, ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Frankfurt am Main will sich bis zum Jahre 2050 vollständig (100 Prozent) mit erneuerbaren Energien versorgen. Gleichzeitig sollen die CO2-Emissionen um 95 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 reduzieren werden.