Wandbild in der Konstablerwache

Anläßlich der 50-jährigen Städtepartnertschaft von Frankfurt und Lyon schaffen Künstler in der U-Bahn-Station ein bleibendes Kunstwerk.

Wandbilder in U-Bahn-Stationen sind keine neue Erfindung, auch wenn sie in Frankfurt eher selten sind. In der Station „Konstablerwache“ entsteht jetzt unter dem Thema „Reise in Raum und Zeit“ auf 500 Quadratmeter Fläche ein außergewöhnliches Bildkunstwerk. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft von Frankfurt und Lyon.

Nach wochenlangen Vorarbeiten in den Ateliers haben vier französische und deutsche Künstler der Firmen Cité Création aus Lyon und Creative Stadt Potsdam begonnen, ein illusionistisches Kunstwerk auf die Stations-Wand aufzutragen. Der Betrachter wird wie durch die Fenster einer fahrenden U-Bahn unter anderem die Frankfurter und die Lyoner Börse entdecken, das Museumsufer-Fest hier und das Lichterfest da. Um die „Zeitreise“ komplett zu machen, scheinen mit Johann Wolfgang von Goethe sowie den Erfindern des Kinos, Auguste und Louis Lumière, die berühmtesten Söhne der zwei Partnerstädte auf den Einstieg zu warten.

Mehr als ein Wandbild

Umfangreiche Bauarbeiten der VGF in der B-Ebene am südlichen Abgang zu den Linien U4 und U5 boten die Gelegenheit, die Station mit dem großflächigen Wandbild zu verschönern. Die VGF entfernte dazu die steinerne Verblendung von den Wänden und verputzte die Fläche glatt in hellbeiger Farbe. Von Fahrgästen unbemerkt wurden hinter dem Bauzaun in den vergangenen Wochen Bodenplatten abgeschliffen, die Fläche neu versiegelt sowie moderne Brandschutzdecken eingebaut.

Da die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, werden vom 7. April an die beiden Fahrtreppen des südlichen Abgangs zu den U4- / U5-Bahnsteigen für rund zwei Monate geschlossen. Die Steintreppen bleiben wie die nördlichen Bahnsteig-Zugänge offen.

Raum- und Zeitreise

Die jetzt entstehende „Reise in Raum und Zeit“ ist mehr als „nur“ ein Wandbild. Das besondere an der Bildkunst der CreativeStadt ist die Malerei der „Augentäuschung“. Die Grundidee ist, ein fiktives Verkehrsmittel darzustellen, welches Lyon und Frankfurt in einem Augenblick verbindet, ein buntes Bewegungsgefühl verleiht und malerisch die Ähnlichkeiten in Leben, Kultur und Geschichte der beiden Städte vermittelt. Der Betrachter wird im ersten Moment nichts Außergewöhnliches daran finden, wenn er auf einer stark frequentierten U-Bahn-Station den von Lichttechnikern in Szene gesetzten U-Bahn-Zug vor sich sieht. Erst auf den berühmten zweiten Blick stutzt er vielleicht im morgendlichen Berufsverkehr, betrachtet er doch das Innere eines Zuges, obwohl er sich selbst auf der über dem Bahnsteig liegenden Verteiler-Ebene der Station befindet. Damit ist sein Interesse geweckt, der Künstler hat sein Ziel erreicht

Bleibendes Symbol

Das Wandbild in der Konstablerwache soll sich zu einem bleibenden Symbol der engen Beziehungen zwischen Lyon und Frankfurt am Main entwickeln. Die Idee dazu stammte von dem jungen Frankfurter Studenten Wolfgang Schröder, der 2005 unter der Patenschaft des Verkehrsunternehmens Sytral Lyon – das Pendant zur VGF, das im Ballungsraum Lyon den öffentlichen Verkehr betreut – beim Wettbewerb „Jeune Ambassadeur de Lyon“ einen Preis errang.

Fünf Sponsoren-Partner

Das verbindende Anliegen der Wandkunst zeigt sich auch in der Finanzierung: Die VGF als Bauherr investiert eine sechsstellige Summe in die Schaffung der baulichen Voraussetzungen. Die Lyoner Sytral und die vier am Main ansässigen Unternehmen Landesbank Hessen Thüringen (HeLaBa), der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ sowie die FES, die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, tragen mit einem Sponsoring in Höhe von insgesamt 100.000 € die Kosten für das eigentliche Bildkunstwerk. Die Sponsoren finden sich symbolisch in lebensecht wirkenden Personen wieder, die die Künstler in den fiktiven U-Bahn-Zug malen werden.

Die ausführende CreativeStadt Cité de la Création GmbH wurde im Januar 2007 in Potsdam als gemeinsame Tochtergesellschaft der Lyoner Künstlergruppe Cité Création und des berlin-brandenburgischen Stadtentwicklungsunternehmens BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH gegründet. Das Unternehmen vereint langjährige Erfahrungen der beiden Gründungsunternehmen: Die CitéCréation hat in drei Jahrzehnten mehr als 490 Fassaden zwischen Berlin, Moskau, Lyon, Quebec und Shanghai gestaltet. Die BSG wirkt seit fast zwei Jahrzehnten als Sanierungsträger für das Land Brandenburg und betreut in Berlin vier Quartiersmanagementgebiete. Zu den bekanntesten Projekten der Firma CreativeStadt gehören das Berliner „Europaviertel“ in Hellersdorf, von dem bisher der erste Bauabschnitt „Deutsche Fassade“ als Modell der nachhaltigen Entwicklung des städtischen Raumes in Großsiedlungen verwirklicht wurde, sowie das Wandbild „Wege des Übergangs – Transition“ im brandenburgischen Teltow.

 

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