Transparente Berichterstattung über unser Umweltmanagement
Die VGF hat an mehreren Standorten das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) eingeführt, um noch besser der Verantwortung gegenüber der Umwelt und Gesellschaft nachzukommen.
EMAS unterstützt Unternehmen dabei, umweltrechtliche Verpflichtungen einzuhalten, die Umweltleistung systematisch zu erfassen und dadurch gezielt verbessern zu können. Sie berichten offen über alle wichtigen Umweltaspekte wie Energieverbrauch, Abfallaufkommen oder Emissionsausstoß und erarbeiten Maßnahmen und Ziele, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern und so Ressourcen und Kosten intelligent einzusparen. Die Einbindung aller wichtigen Interessengruppen steht dabei klar im Vordergrund.
Energieeffizienz
Als energieintensives Unternehmen spielt Energieeffizienz eine entscheidende Rolle in unserem Handeln. Der „VGF-Eco-Modus" ist unser internes unternehmensweites Energieeffizienz-Programm, das im September 2022 gestartet wurde. Es bündelt technische und organisatorische Maßnahmen mit dem Ziel, den Energieverbrauch von Fahrbetrieb und Liegenschaften messbar zu senken.
Effizienterer Fahrbetrieb
Rund drei Viertel unseres Strombedarfs entfallen auf den Fahrstrom – hier setzen die wirkungsvollsten Maßnahmen an. Bis 2033 wollen wir den fahrleistungsbezogenen Energieverbrauch im Vergleich zum Jahr 2024 um 20 % senken.
Fahrstromverstärkung
In einem langfristigen Projekt arbeiten wir daran, die Spannung im Fahrleitungsnetz von 600 auf 750 Volt zu erhöhen und Speiseabschnitte über Kuppelleistungsschalter (zweiseitige Speisung) zu verbinden. Dadurch sinken Übertragungsverluste, und ein größerer Teil der beim Bremsen zurückgespeisten Energie steht anderen Bahnen wieder zur Verfügung.
Digitale Zugsicherung (DTC)
Mit dem System Digital Train Control (DTC) stellt die VGF das Netz schrittweise auf eine funkbasierte, digitale Steuerung um. Das verändert das Fahrverhalten der Bahnen grundlegend und sorgt für einen effizienteren Betrieb durch optimierten Energieverbrauch:
- Fahren im „Moving Block“: Bahnen halten keinen starren Signalabstand mehr, sondern rücken flexibel auf den tatsächlichen, sicheren Bremswegabstand zusammen.
- Kein Stop-and-Go mehr: Die Züge kommunizieren in Echtzeit miteinander, wodurch die Geschwindigkeit automatisch und vorausschauend an den Vorderzug angepasst wird.
- Optimierte Fahrprofile: Das System vermeidet unnötiges Bremsen und starkes Beschleunigen, harmonisiert den Verkehrsfluss im Tunnel und nutzt effiziente Rollphasen vor den Stationen.
LED-Beleuchtung unserer Bahnen
Wir rüsten die Beleuchtungsanlagen unserer Bestands-Wagenflotten S, R, U4 und U5 fortlaufend bis Ende 2028 auf LED-Technik um.
Energiemonitoring: Verbräuche sichtbar machen
Grundlage jeder Effizienzmaßnahme sind belastbare Verbrauchsdaten. Gemeinsam mit einem Messtechnik-Partner bauen wir seit dem 2025 ein Energiemonitoring aus, das den fahrzeuginternen Datenbus rückwirkungsfrei ausliest, die Bahn wird smart: In U5- und S-Wagen erfassen wir rund 1.200 Signale je Fahrt – etwa zu Antrieb, Bremsverhalten und Klimatisierung – und bereiten sie in Dashboards auf. So werden Energieflüsse, Fahrweise und beginnender Verschleiß sichtbar.
Effizienz in Stationen und Gebäuden
Auch abseits des Fahrbetriebs setzen wir in unseren Stationen und Liegenschaften Effizienzmaßnahmen um. In den U-Bahnstationen wollen wir den Stromverbrauch bis 2029 insgesamt um rund 1.000 MWh im Vergleich zum Jahr 2024 senken.
Beleuchtungserneuerungen in U-Bahnstationen
Bei den Beleuchtungserneuerungsmaßnahmen werden die alten Leuchten durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Neben deutlichen Energieeinsparungen stärkt die hellere und gleichmäßigere Ausleuchtung das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste.
Die VGF hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt.
Weitere Kennzahlen und aktuelle Fortschritte der Maßnahmen finden Sie in unserer Umwelterklärung und im Nachhaltigkeitsbericht der VGF.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Ökostrom für die VGF
Trotz der Einsparungen verbraucht die VGF sehr viel Energie: Etwa so viel Strom wie eine Kleinstadt benötigen die Bahnen, aber auch die Werkstätten, Betriebs- und Verwaltungsgebäude pro Jahr.
Einen Teil ihres Strombedarfs bezieht die VGF direkt aus einem der größten Freiflächen-Solarparks Deutschlands. Der Park im Boitzenburger Land in Brandenburg wurde im September 2023 in Betrieb genommen. Für die VGF produziert er seit dem 01. Januar 2024 jährlich etwa 20.000 MWh – das entspricht circa 13 Prozent des Strombedarfs. Über ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) der VGF mit der Mainova beliefert er die VGF über einen Zeitraum von zehn Jahren physisch bilanziell mit Ökostrom zu fixen Preisen.
Für nahezu den gesamten Rest der Verbrauchsmenge bezieht die VGF von Mainova TÜV-SÜD zertifizierten Ökostrom.
Genaue und aktuellen Zahlen lassen sich unserem Nachhaltigkeitsbericht entnehmen.
Klimaanpassung
Die VGF führt regelmäßig eine Klimarisikoanalyse durch, um die Anfälligkeit ihrer physischen Vermögenswerte gegenüber klimabedingten Gefahren und möglichen Beeinträchtigungen zu analysieren.
Auf Grundlage der Klimarisikoanalyse setzt die VGF gezielte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel um. Dazu zählen beispielsweise die Begrünung von Gleisanlagen sowie der Einsatz eines selbst entwickelten Frühwarnsystems zur kontinuierlichen Überwachung von Wetterereignissen in Frankfurt am Main, Oberursel und Bad Homburg. Die umgesetzten Maßnahmen erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur gegenüber klimabedingten Belastungen wie Hitze oder Starkregen. Durch Begrünungen leisten wir zudem einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität für die Stadtgesellschaft.
Weitere Informationen zum Thema Klimaanpassung finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht sowie auf der Innovationswebseite.
