Der Aufsichtsrat der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) hat in seiner Sitzung am 2. März 2026 die angepasste Planung zum Projekt „Neubau Verkehrsmuseum“ bestätigt.
„Wir wollen das Verkehrsmuseum mit seiner in Deutschland einzigartigen Sammlung erhalten. Hierzu haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um an seinem traditionsreichen Standort in Schwanheim neu zu bauen“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender und Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. „Leider ruht der Museumsbetrieb aufgrund der bei alten Gebäuden nicht seltenen Brandschutzproblematik seit 2021, aber es besteht Konsens, dass wir das Museum erhalten und der Öffentlichkeit schnellstmöglich wieder zugänglich machen wollen.“
„Die VGF blickt auf eine sehr lange Tradition des öffentlichen Verkehrs in Frankfurt zurück, angefangen 1872 mit der Pferdebahn und weitergehend mit der ersten ‚Elektrischen‘ 1884. Von beiden Fahrzeugen stehen Original-Exponate im Museum. Wir freuen uns, diese Geschichte künftig in einem angemessenen und besucherfreundlichen Rahmen wieder zeigen zu können. Der attraktive Neubau in Schwanheim und die nicht weniger sehenswerte Erweiterung der Osthalle werden uns das möglich machen“, so Steffen Geers, Technischer Geschäftsführer der VGF.
Der Aufsichtsrat hatte schon im Oktober 2023 eine Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung des Projekts „Neubau Verkehrsmuseum“ beschlossen. Die VGF hat den zu diesem Zeitpunkt zugrunde gelegten Kostenrahmen auf Basis des fortgeschrittenen Planungsstands überprüft und aktualisiert. Für die Arbeiten werden Mittel in Höhe von 10,4 Millionen Euro veranschlagt.
Museum seit 1984
Die VGF betreibt im Frankfurter Stadtteil Schwanheim seit 1984 ihr Verkehrsmuseum. Der operative Museumsbetrieb, die Pflege und Weiterentwicklung von Exponaten und Ausstellungen sowie das Verkehrsarchiv werden in ehrenamtlicher Arbeit durch den Verein „Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt am Main e. V.“ (HSF) organisiert. Das gilt auch für die zahlreichen Veranstaltungen mit historischen Fahrzeugen, die die VGF fahrbereit hält: den Nikolaus-Express, den Osterhasen-Express oder Sonderfahrten zu verschiedenen Jubiläen.
Das Museum befindet sich in einer Wagenhalle aus dem Jahr 1900, welche in den Jahren 1983/1984 und 1989 durch den Anbau von zwei zweigeschossigen Flügeln erweitert wurde. Auch die Osthalle auf dem Gelände wurde in das Museum integriert und gehört heute zusammen mit dem alten Bahnhofsgebäude, das auch zu Museumszwecken genutzt werden soll, zum Ensemble an der Rheinlandstraße.
Im alten Gebäude, der Westhalle des Museums, besteht hinsichtlich Baukonstruktion und Brandschutz erheblicher Sanierungsbedarf. Eine Fortführung der aktuellen Nutzung wäre nur mit äußerst aufwendigen und unwirtschaftlichen brandschutztechnischen Sanierungen der Bausubstanz, einer Erneuerung der brandschutz- und haustechnischen Anlagen sowie einer Neuordnung des Areals hinsichtlich des organisatorischen Brandschutzes möglich. Daher konzentrieren sich die Planungen der VGF auf einen Neubau der Westhalle.
Alter Standort, neue Halle
Dieser Neubau wird sich wie die alte Halle in die Wendeschleife der Straßenbahn-Linie 12 einfügen. Er besteht aus einer 12,79 Meter hohen Haupthalle, an deren nördlicher und südlicher Flanke flachere Seitenschiffe das Ensemble komplettieren. Alle fünf Gleise, die in das Museum führen und auf denen in den Hallen Exponate stehen werden, sind über eine „Weichenharfe“ an das Liniennetz angeschlossen.
Im Erdgeschoss, in dem an das Bahnhofsgebäude grenzenden Seitenschiff, wird sich ein attraktiver Eingangsbereich befinden, im südlichen Teil Technikräume. Alle bisher in der Westhalle gezeigten Exponate – von der alten Pferdebahn von 1872 bis zum nicht minder historischen Wandanker, von der Kinderfahrschule bis zu Schaffneruniformen – werden in dem Neubau Platz finden.
Im hinteren Teil der Haupthalle ist im Obergeschoss eine Mehrzweckfläche vorgesehen, die für den regulären Museumsbetrieb, für Museumsveranstaltungen, Sonderausstellungen oder Veranstaltungen der VGF genutzt werden kann. Sie ist nicht nur über zwei Treppen, sondern auch mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar.
Erweiterung der Osthalle
Die Osthalle auf dem östlichen Teil des Grundstücks wird mittels Glasanbauten, die auch Original-Stahlträger aus der dann abgerissenen Westhallte enthalten werden, so erweitert, dass sie zusammen mit der Westhalle genügend Platz für historische Exponate bietet.
Zeitplan
Die weiteren Planungen der VGF sehen vor, die alte Westhalle von Anfang 2027 an abzureißen. Der Baubeginn der neuen Halle erfolgt anschließend. Fertigstellung und Eröffnung plant die VGF im ersten Quartal 2028.
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